Köln. Ford setzt in Deutschland auf die Durchschlagskraft des neuen Mini-Vans B-Max, um die herben Absatzeinbrüche möglichst gering zu halten. Für den B-Max seien bei den deutschen Ford-Händlern bereits 5000 feste Bestellungen eingegangen, sagte Firmensprecher Ralph Caba am Dienstag zum Auftakt der traditionellen Regionaltour des Herstellers im Herbst. Für das Gesamtjahr rechne Ford noch mit 6000 B-Max-Bestellungen und für 2013 dann mit 20.000 verkauften Einheiten. Zum Erfolg des B-Max werde auch sein "attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis" beitragen, zeigte sich Caba überzeugt.
Den B-Max gibt es offiziell zum Listenpreis ab 15.950 Euro. Beim Internet-Neuwagenvermittler MeinAuto.de wird das günstigste Modell allerdings bereits jetzt mit einem Rabatt von bis zu 25,8 Prozent angeboten, beim Wettbewerber Carneo sind es bis zu 23,35 Prozent - kein gutes Zeichen für ein brandneues und innovatives Fahrzeug.Als probates Mittel gegen die Kaufzurückhaltung setzt Ford neben dem neuen B-Max auch auf seinen international gelobten neuen Einliter-Dreizylinder-Motor und das in den USA längst erfolgreich lancierte Bedien- und Kommunikationssystem Sync.B-Max soll Ford vor Absturz retten
Um die Absatzrückgänge möglichst gering zu halten, setzt Ford in Deutschland auf den neuen B-Max, der Anfang November auf den Markt kommt. Dennoch deutet derzeit alles darauf hin, dass Ford sein Ziel verfehlt, auch 2012 wieder einen Marktanteil von mindestens sieben Prozent zu erreichen.
Ford: "Wir sind auf Kurs und geben mächtig Gas"
2012 dürfte insgesamt als enttäuschendes Jahr in die Ford-Annalen eingehen: Per Ende September hat der Autobauer in Deutschland nur 158.663 Fahrzeuge verkauft, ein Minus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit rutschte Ford deutlich stärker talwärts als der Markt, der im Schnitt nur 1,8 Prozent verlor. Logische Folge: der Marktanteil steht kurz vor dem Beginn des traditionell flauen vierten Quartals bei nur noch 6,7 Prozent.
Von Krise will man bei Ford dennoch nicht sprechen, im Gegenteil, der Autobauer macht sich selber Mut: "Ford ist auf Kurs und gibt mächtig Gas", so Kommunikationschef Caba. "Trotz einiger Wolken am europäischen Autohimmel bietet der europäische Markt durchaus noch erhebliches Potenzial für profitables Wachstum. Dazu werden auch Märkte wie Russland oder die Türkei beitragen."
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