München. Der Ruf nach Kaufanreizen wird größer. So ein Ergebnis der Trendstudie Elektromobilität 2012. Erstellt wurde die im fünften Jahr erscheinende Studie von dem auf nachhaltige Mobilität spezialisierten Beratungsbüro Warnstorf/Berdelsmann/Consulting. Für die Untersuchung wurden Experten an mehr als 400 Standorten: Hochschulen/Universitäten, Forschungsinstitute, Zulieferer, Entwicklungsingenieure in den Automobilkonzernen, freie Entwicklungsdienstleister, Verbände sowie kleine und mittelständische Unternehmen aus der Elektrofahrzeug-Branche befragt.
"Sehr viele im Mobilitätsbereich tätige Personen – von (Technik-)Entwicklern über Stadtplaner bis hin zu Bloggern – beziehen eine zunehmend differenzierte Position. In ihren Augen fehlt schlicht der ganzheitliche Ansatz, nebst der Bereitschaft Partikularinteressen und Selbstverwirklichungsdenken außen vor zu lassen. Nachhaltige Mobilität heißt für diese Experten nicht: "Ersetze Verbrennungsmotor durch Elektromotor“. Vielmehr sind hier multimodale Verkehrs- und Mobilitätssysteme gemeint“, erläuterte einer der Autoren Dieter Berdelsmann. Hier sei insbesondere die Politik gefordert. Die im Übrigen auch bezüglich ihrer Fördermaßnahmen immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Mit Ausnahme der (wenigen) Profiteure beklagten die meisten Fachleute eine zu zögerliche und vor allem wenig zielführende (Förder-)Politik.
"Einerseits bewerbe man mit Millionensummen den umweltfreundlichen Geschäftsbereich Elektrofahrzeuge, andererseits konterkariere man eben diese Bemühungen indem man mit dreistelligen Millionensummen (Dienstwagenprivileg) die massive Zunahme der großen, schweren Spritschlucker subventioniere“, erklärte einer der Autoren Jörg Warnstorf.