München. Zumindest eine Fabrik von Ford in Europa könnte geschossen werden. Die Verluste in Europa drücken auf den Gesamtgewinn der Amerikaner und wie bei GM und Opel werden die Chefs auf der anderen Seite des Atlantiks ungeduldig. Zwar sind Entlassungen und Werksschließungen in Europa schwierig durchzusetzen, nachdem die Konkurrenten Opel und Ford aber in den vergangenen Wochen solche Schritte angekündigt haben, könnte es für Ford einfacher werden. Das schreibt der Analyst Adam Jonas von der Investmentbank Morgan Stanley in einer Studie. Gefährdet sind vor allem die Werke in Southampton in England und im belgischen Genk.
Ford hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass die Gewinne im zweiten Quartal "deutlich geringer" ausfallen würden, wel die Verluste in Europa, Asien und Südamerika sich im Vergleich zum ersten Quartal auf 570 Millionen Dollkar, umgerechnet 468,5 Millionen Euro, verdreifacht hätten. Die europäischen Werke des Herstellers sind derzeit nur zu 63 Prozent ausgelastet - die Grenze zur Profitabilität liegt bei etwa 80 Prozent. Seit dem Amtsantritt von Alan Mulally als Vorstandsvorsitzenden war es ein Prinzip von Ford, nur soviel zu produzieren, wie man auch verkaufen konnte. Derzeit arbeitet der Hersteller daran, seine Kapazität der gesunkenen Nachfrage in Europa anzupassen. In sechs der vergangenen acht Jahre hat Ford in Europa Gewinn gemacht.Während GM seit 1999 insgesamt 16,4 Milliarde Dollar in Europa verloren hat, hat Ford 1,73 Milliarden Gewinn gemacht. Dennoch hat das Werk in Southampton, in dem Fahrwerke für den Transit gebaut werden, im vergangenen Jahr weniger als 30.000 Fahrzeuge gebaut und damit laut IHS Automotive weniger als ein Drittel seiner Kapazität genutzt. Auch die Fabrik in Genk könnte nach Expertenmeinung bedroht sein: Dort wurden nach Angaben des Herstellers im vergangenen Jahr 178.000 Fahrzeuge gebaut, womit 68 Prozent der Kapazität genutzt wurden. Dort soll allerdings ab kommendem Jahr auch der Mondeo vom Band laufen. Bis 2014 will Ford 20 neue Modelle auf den europäischen Markt bringen. (Foto: Ford)Mindestens ein europäisches Ford-Werk bedroht
Ford steht in Europa unter Druck, weil die Werke des amerikanischen Autobauers bei Weitem nicht ausgelastet sind. Jetzt könnte einem Medienbericht zufolge ein Werk geschlosssen werden.
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