Detroit (USA). Ford wird in diesem Jahr laut eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Dollar in Europa verlieren - doppelt so viel wie bisher erwartet. Der Autobauer gab zudem bekannt, sein Gewinn sei im zweiten Quartal um 57 Prozent gefallen, hauptsächlich wegen der Verluste in Europa. Vorstandschef Alan Mulally und seine Mannschaft sind davon überzeugt, dass die Strategie "One Ford“, die das Unternehmen in den USA gerettet hat, auch in Europa funktioniert. Dort setzt Ford ein Viertel seiner Autos ab.
"Wenn ich ihr wäre“, sagte Mulally zu Reportern, "würde ich zurückblicken, was wir in Nordamerika getan haben“. Die Vorstände wissen, dass sie nicht auf Europa verzichten können – zu wichtig ist die Region für die globalen Ziele des Unternehmens, vor allem aufgrund der Entwicklungsarbeit, die hier geleistet wird. Die Strategie "One Ford" besteht darin, dass alle Ford-Modelle weltweit auf wenigen Plattformen beruhen und sich viele Komponenten teilen. Die Fahrzeuge sollen sparsam sein, Fahrspaß bereiten technologisch führend sein und Maßstäbe in Sachen Qualität und Sicherheit setzen.In Europa wird Entwicklungsarbeit geleistet, die für den gesamten Konzern wesentlich ist: So kommen beispielsweise die kleinen EcoBoost-Motoren, die in amerikanischen Fahrzeugen massenhaft verbaut werden, aus Europa. Auch viele der Plattformen für amerikanische Modelle stammen von dort, ebenso wie die Orientierung der Fahreigenschaften hin zu mehr Sportlichkeit. Doch gerade weil die Europa-Tochter so wichtig für den Gesamtkonzern ist, ist es umso wichtiger, die Probleme dort schnell zu lösen. Finanzchef Bob Shanks beschreibt die Situation als "sehr, sehr ernst“ und geht davon aus, dass das noch eine Weile so bleiben wird.