Köln. Während es in Südeuropa für Ford derzeit nicht gut läuft, wollen die Kölner in Deutschland im Gesamtjahr ihren Marktanteil von 7,3 Prozent halten "wenn nicht sogar ausbauen", wie Deutschlandchef Bernhard Mattes erklärt. Hoffnung setzt er vor allem auf den im Herbst startenden B-Max sowie auf den Ein-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor.
Um die Vorjahresposition zu halten, muss Ford jedoch deutlich mehr Schwung ins zweite Halbjahr bringen. Denn bis Ende Mai büßte der Hersteller beim Pkw-Absatz in Deutschland 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Der Marktanteil schrumpfte im Pkw-Bereich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent.
Europaweit fielen die Verkäufe per Ende April gar um 7,2 Prozent. Und der Frankfurter Marktforscher IHS Automotive erwartet noch massivere Einschnitte: Nur noch 1,37 Millionen Fahrzeuge nach 1,56 Millionen im Vorjahr prognostizieren die Analysten für Ford europaweit, ein Minus von zwölf Prozent. Mit einem veritablen Einbruch rechnet IHS insbesondere beim Fiesta. Nur noch knapp 320.000 verkaufte Einheiten des Kleinwagens seien realistisch, so die Marktbeobachter – 60.000 weniger als im Vorjahr.
Angesichts solch düsterer Prognosen baut Deutschlandchef Bernhard Mattes die Zahl der Zeitarbeitskräfte in den deutschen Werken Köln und Saarlouis deutlich ab. Die Stammbelegschaften müssen aufgrund langfristiger Beschäftigungsgarantien zwar nicht um ihre Jobs bangen, doch für das Kölner Fiesta-Werk hat Ford sieben Kurzarbeitertage beantragt.
Ob das reicht, ist aber ungewiss. Denn Ford ist entschlossen, nicht unverkaufte Autos auf Halde zu produzieren, die man dann mit hohem Rabatt verschleudern muss. "Wir werden auch in Zukunft alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um weiteres profitables Wachstum sicherzustellen", so Mattes.
Welche weiteren Maßnahmen dem Abbau von Zeitarbeitern folgen könnten, lässt er offen. Mattes betont jedoch: "Derzeit sind keinerlei zusätzliche Maßnahmen geplant." Ford habe in den vergangenen Jahren gelernt, mit einer "atmenden" Produktion von rund 85.000 Fahrzeugen pro Jahr ohne tiefe Einschnitte bei der Beschäftigung umzugehen. "Wichtig für uns als Hersteller in einem Hochlohnland ist es, die gewonnene Flexibilisierung der vergangenen Jahre nicht zurückzuschrauben", fügt er mit Blick auf den jüngsten Tarifabschluss hinzu. (Foto: Ford)