Yokohama. Renault und Nissan haben kein Interesse an den beiden zum Kauf stehenden Ford-Marken Jaguar und Land Rover. Das stellte Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz von Nissan in Yokohama klar, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
"Wir sind nicht an der Übernahme von Marken interessiert," sagte Ghosn. "Warum sollten wir eine Marke kaufen, die uns zig Millionen kostet? Wie wollen Sie aus dieser Investition einen Gewinn erzielen? Ich persönlich glaube nicht, dass Renault oder Nissan so etwas heute brauchen." Nicht ausdrücklich nahm Ghosn zunächst Stellung zu Spekulationen, wonach Renault Interesse an der ebenfalls zu Ford gehörenden Marke Volvo Cars habe. Ford hatte zuletzt allerdings betont, Volvo Cars stehe nicht zum Verkauf.
Ghosn unterstich in Yokohama erneut, dass er nicht nach einem dritten Partner im Verbund von Renault und Nissan Ausschau halte. Im vergangenen Jahr waren Gespräch mit General Motors darüber gescheitert. "Inzwischen sehen die Anteilseigner dass eine Ausweitung der Allianz mehr Risiken in sich bergen würde als Chancen," sagte der Konzernchef dazu. "Wir stehen mit niemandem in Gesprächen. Das heißt nicht, dass wir keine Telefonanrufe erhalten, aber wir antworten darauf nicht."