Leipzig. Mit Warnstreiks will die Gewerkschaft IG Metall den Arbeitgeberverband zu Verhandlungen zwingen. Die erste Aktion ist am Dienstag bei BMW in Leipzig geplant, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Leipzigs IG Metall-Chefin Sieglinde Merbitz erwartet etwa 800 Teilnehmer. Der Streik sei ein "Signal gegen die Arroganz und Ignoranz" des sächsischen Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie (VSME). "Er richtet sich nicht gegen BMW", betonte Merbitz. Die Friedenspflicht ist in Sachsen am 28. Februar ausgelaufen. Darum ist der Warnstreik früher als in anderen Bundesländern möglich.
Bei BMW in Leipzig sind derzeit 2.300 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten laut Unternehmen auf dem Gelände des im Mai 2005 offiziell eröffneten Werks rund 4.000 Menschen. BMW ist Mitglied im Arbeitgeberverband, damit gilt der Tarifvertrag. Die IG Metall fordert für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber halten allenfalls 1,4 Prozent für vertretbar, haben aber noch kein formales Angebot vorgelegt. "Wir erwarten von den Geschäftsführungen bedeutender Mitgliedsfirmen des VSME, dass sie mit einem hohen Maß an Verantwortung die aktuelle Entwicklung der sächsischen Metall- und Elektroindustrie sind diese Forderungen real und gerecht", sagte Merbitz.
Der Präsident des VSME, Bodo Finger, zeigte kein Verständnis für die geplanten Aktionen. "Es ist für mich völlig unverständlich, das die IG Metall zu jetzigen Zeitpunkt Warnstreiks organisiert, ohne sich ernsthaft um ein Weiterkommen bei den Verhandlungen zu bemühen", sagte Finger am Montag. Die Gewerkschaft will ihre Aktion in den kommenden Tagen in Sachsen, Berlin und Brandenburg fortsetzen.
In Sachsen geht es laut IG Metall Chemnitz am Mittwoch mit einem Warnstreik beim Automobilzulieferer Siemens VDO in Limbach-Oberfrohna weiter. Für Donnerstag sind Aktionen bei VW in Zwickau/Mosel und bei der VW-Motorenfertigung in Chemnitz geplant. Arbeitgeber und Gewerkschaft treffen sich unterdessen am Montag in Darmstadt zur dritten Verhandlungsrunde für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Dem Gespräch kommt Signalwirkung für die gesamte Branche zu. (dpa-AFX)