Wolfsburg/Braunschweig. Der ehemalige Personalvorstand von VW, Peter Hartz, muss sich nach einem Bericht des "Spiegel" möglicherweise auf Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe einstellen. Der Gesamtschaden der von ihm abgezeichneten Lustreisen für Betriebsräte beziffere sich für den VW-Konzern auf rund vier Millionen Euro, schreibt der "Spiegel". Nach Angaben eines VW-Aufsichtsrats sei eine Forderung von 2,5 Millionen Euro an Hartz realistisch. Weitere 1,5 Millionen Euro entfielen auf die Untersuchungen durch Wirtschaftsprüfer von KPMG, für die Hartz allenfalls indirekt verantwortlich gemacht werden könnte. IG-Metall-Chef Jürgen Peters und Aufsichtsratschef Ferdinand Piech wollen Hartz verschonen und die Millionen von einer Versicherung fordern, durch die Fehlverhalten von Vorständen abgesichert ist, hieß es. Sollte ein Gericht Hartz später vorsätzliches Fehlverhalten nachweisen, könnte die Versicherung das Geld von ihm zurückfordern. Niedersachsens CDU-Ministerpräsident Christian Wulff und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wollten dagegen erst prüfen lassen, ob der VW-Aufsichtsrat auf direkte Schadensersatzansprüche an Hartz verzichten darf. Im "Focus" hieß es, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig Hartz als einen der Hauptbeschuldigten einstufe und Anklage wegen Untreue in mehreren Fällen erheben wolle. "Wir geben doch keine Hitliste der Beschuldigten ab. Und ob wir Anklage erheben oder nicht, wird erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe, am Samstag der dpa. "Wir wollen die Ermittlungen noch in diesem Jahr, aber sicher nicht in den kommenden Wochen abschließen", sagte Ziehe weiter. (dpa/feb).
Magazin: VW-Affäre könnte Hartz teuer zu stehen kommen
Möglicherweise Schadenersatz in Millionenhöhe.