Rüsselsheim/Bochum. Bei dem geplanten Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen in der Astra-Produktion will die Opel-Mutter General Motors (GM) das Werk in Bochum verschonen. "Wir wollen noch in diesem Jahr eine Schicht in der Produktion des Opel Astra im britischen Werk Ellesmere Port streichen", sagte ein Opel-Sprecher am Donnerstag in Rüsselsheim. Dies habe GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster im Zusammenhang mit einer Produktivitätssteigerung angekündigt. Über einen entsprechenden Vorschlag werde derzeit mit dem Gesamtbetriebsrat verhandelt. "Bochum hat bei der Restrukturierung bereits seinen Beitrag geleistet und steht gut da." Eine Entscheidung werde in den nächsten Wochen fallen.
Im Bochumer Werk waren bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Sanierungsplans 2.800 Stellen weggefallen. Der Betriebsrat will die Stellenreduzierung dagegen auf alle Astra-Werke gleichmäßig verteilen. Dies hält das Management aus Kostengründen aber für falsch. "Wir möchten nicht die Bänder in drei Werken langsamer laufen lassen, sondern ein Werk muss den Beitrag leisten", sagte der Sprecher.
Grund für den Schritt ist, dass der Autobauer mit einer sinkenden Nachfrage nach dem derzeitigen Verkaufsschlager Astra zum Ende seines Produktionszyklus rechnet. Der Kompaktwagen war 2004 auf den Markt gekommen. Ursprünglich hatte GM die Streichung der Schicht für die drei Astra-Werke Bochum, Antwerpen oder im britischen Ellesmere Port geprüft. Ob in Ellesmere Port Entlassungen anstehen oder der Stellenabbau sozialverträglich erfolgt, ist nach Unternehmensangaben noch offen.
Um den Absatz zu forcieren, prüft Opel nun auch den Vertrieb in den USA. Die GM-Tochter Saturn hat sich kürzlich den Fahrzeugnamen Astra vom US-Patentamt schützen lassen. Nach Medienberichten soll der Astra ab Anfang 2007 unter dem Markennamen Saturn in den USA dem VW Golf Paroli bieten. "Eine endgültige Entscheidung steht noch aus", sagte ein Unternehmenssprecher. (dpa/mm)