Seoul. Nach seinem Sohn wird auch der Chef des größten südkoreanischen Autokonzerns Hyundai Motor, Chung Mong Koo, zu angeblichen Schmiergeldzahlungen vernommen. Der 65-jährige Konzernchef sei zum Verhör am kommenden Montag vorgeladen worden, teilte die Oberste Staatsanwaltschaft in Seoul mit.
Die Ermittler hatten zuvor den Sohn und Präsidenten des zur Hyundai Motor-Gruppe gehörenden Herstellers Kia Motors, Chung Eui Sun, nach einer etwa 18-stündigen Befragung wieder gehen lassen. Die Chungs stehen im Verdacht, eine maßgebliche Rolle beim Anlegen schwarzer Kassen über Tochtergesellschaften des Konzerns gespielt zu haben. Aus diesen Geheimfonds sollen hohe Geldbeträge an Politiker, Beamte und Bankmanager gezahlt worden sein, damit sie sich für die Interessen der zweitgrößten südkoreanischen Industriegruppe einsetzen. Zur Beeinflussung der Regierung haben sich die Firmen angeblich auch einflussreicher Lobbyisten bedient, um beispielsweise Baugenehmigungen oder Versprechen zu Kreditabschreibungen zu erhalten.
Die Anklagebehörde wolle frühestens in der kommenden Woche über eine mögliche Verhaftung der Chungs entscheiden, bevor sie und andere Manager der Gruppe wegen Korruption angeklagt würden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. (dpa/mm) Foto: dpa