Weinheim. Der Mischkonzern Freudenberg ("Vileda") baut in seiner Vliesstoff-Sparte bis Ende 2007 gut 300 Stellen in Deutschland ab. Allein am Unternehmenssitz in Weinheim bei Heidelberg fallen 250 Jobs weg, wie ein Sprecher am Donnerstag berichtete. Das seien 70 Stellen weniger als ursprünglich geplant. Im ersten Quartal des kommenden Jahres solle damit noch 142 Beschäftigten betriebsbedingt gekündigt werden. Auch in Bochum und Kaiserslautern werden Arbeitsplätze gestrichen. Bereits im Mai hatte das Unternehmen nach Angaben des Sprechers 31 Mitarbeitern gekündigt und mit weiteren 131 Beschäftigten freiwillige Vereinbarungen abgeschlossen. Für die Betroffenen wurde ein Sozialplan mit Abfindungsregelungen und einer Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft festgeschrieben.
Nach monatelangem Ringen haben sich Geschäftsleitung, Betriebsrat und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Baden-Württemberg zudem auf einen Kompromiss beim Übergang vom Haustarif zum Flächentarifvertrag Chemie geeinigt. Das Entgeltniveau wird nach einer Öffnungsklausel rückwirkend zum 1. Juli um zwei Prozentpunkte gesenkt. Das Urlaubsgeld wird von 2007 an auf das Niveau des Chemietarifvertrags reduziert. Die Nacht- und Schichtzuschläge bleiben jedoch im bisherigen Umfang erhalten. Der Betriebsrat hat zudem Mehrarbeit an Wochenenden bis mindestens März 2007 zugestimmt.
Die Vliesstoff-Sparte ist Zulieferer für die Bekleidungs- und Autoindustrie. Angesichts des Preisdrucks und steigenden Rohstoffpreisen sollen Teile der Produktion in die Slowakei verlagert werden, wie der Sprecher ankündigte. (dpa/mm)