Düsseldorf. BMW-Produktionsvorstand Norbert Reithofer will Nischenmodelle künftig in den eigenen Werken bauen lassen und nur noch in Ausnahmefällen von Auftragsfertigern wie etwa Magna Steyr oder Karmann. "Ehe ich heute entscheiden würde, ein neues Nischenmodell zu einem Zulieferer zu geben, würde ich lieber Überlaufkapazitäten einer bestehenden Baureihe zu einem Zulieferer geben und das Nischenmodell bei geeignetem technischen und betriebswirtschaftlichen Rahmen selbst machen", sagte Reithofer der "Wirtschaftswoche" (Ausgabe 22/2006). "Unsere Produktionssysteme sind inzwischen so flexibel, dass wir das ohne weiteres könnten."
Vor allem Magna Steyr könnte das hart treffen. Der Zulieferer produziert in Graz derzeit den BMW-Geländewagen X3. Wie aus dem BMW-Konzern zu hören ist, wird erwogen, das Nachfolgemodell in einem der eigenen Werke zu bauen. Nach Ansicht von Branchenexperten dürfte es schwierig werden, den Verlust des Auftrags auszugleichen, falls BMW den Zulieferer nur noch einschaltet, um zeitweilige Kapazitätsengpässe bei stark nachgefragten Modellen zu überbrücken. Schließlich baut Magna Steyr gut 100.000 X3 pro Jahr. (dpa-AFX/mm)