Der Autokonzern DaimlerChrysler erwartet 2006 eine Verbesserung der Ertragslage und rechnet mit einem operativen Gewinn von über sechs Milliarden Euro. Im Vorjahr betrug der Ertrag 5,2 Milliarden Euro. Wie DaimlerChrysler am Donnerstag in Stuttgart weiter berichtete, stieg der Operating Profit im ersten Quartal 2006 von 628 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 891 Millionen Euro. Die Mercedes-Car-Group mit der Kernmarke Mercedes-Benz reduzierte ihren Verlust von 954 Millionen Euro auf 678 Millionen Euro.
Beeinflusst war das Ergebnis durch die Sanierung der Kleinwagenmarke Smart und den Personalabbau. Die geplante Einstellung des viersitzigen Smart forfour habe zu Aufwendungen in Höhe von 982 Millionen Euro geführt. Das Personalanpassungsprogramm in der Mercedes-Gruppe belastete das Ergebnis mit 203 Millionen Euro. Ohne diese Kosten habe die Car-Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) ihr operatives Ergebnis deutlich steigern können, hieß es. Der Konzernumsatz nahm per Ende März um 17 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr erwartet der Autokonzern einen leichten Umsatzanstieg.
Die gute Umsatzentwicklung verdankte der Autobauer einem deutlichen Absatzplus im ersten Quartal. So stieg die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge vor allem dank des Erfolgs einiger neuer Mercedes-Modelle wie der M-, B- oder S-Klasse um 14 Prozent auf 281.458 Fahrzeuge. Die eher schwache Entwicklung beim operativen Ergebnis führte DaimlerChrysler vor allem auf die kürzlich beschlossene Einstellung des Smart Forfour zurück. Diese schlage mit insgesamt 982 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommt der geplante Personalabbau bei Mercedes-Benz. Dieser habe das Ergebnis im ersten Quartal mit 203 Millionen Euro belastet. Bis zum Ende des ersten Quartals hatten rund 7.800 Mitarbeiter eingewilligt, freiwillig aus dem Unternehmen auszuscheiden. Insgesamt ist der Abbau von 8.500 Stellen geplant. Positiv mit 91 Millionen Euro machte sich eine Änderung in der Bilanzierung bemerkbar.
Im Lastwagengeschäft (Truck-Group) sank das operative Ergebnis von 698 auf 426 Millionen Euro. Die Vergleichszahl aus dem Vorjahr sei wegen eines einmaligen Ertrags allerdings außerordentlich hoch gewesen, hieß es zur Begründung. Der Umsatz stieg von 6,733 auf 7,378 Milliarden Euro. Das Geschäftsfeld Financial Services verbesserte das operative Ergebnis von 328 auf 448 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von 3,567 auf 4,109 Milliarden Euro. Hier hätten sich unter anderem die positive Ergebnisentwicklung beim Mautbetreiber Toll Collect und die im Vergleich zum Vorjahr höhere Bewertung des US-Dollar bemerkbar gemacht, teilte das Unternehmen weiter mit. Belastungen wegen des gestiegenen Zinsniveaus seien dadurch mehr als ausgeglichen worden.
Im Segment Van, Bus und Sonstiges stieg der operative Gewinn von 234 auf 423 Millionen Euro, der Umsatz von 2,805 auf 3,203 Milliarden Euro. Hier profitierte das Unternehmen unter anderem vom Verkauf des Dieselmotorenbauers MTU Friedrichshafen an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Im Bereich Transporter sei in die neue Generation des Lieferwagens Sprinter investiert worden. Wegen des Modellwechsels beim Sprinter sei bei den Transportern in diesem Jahr auch von einem geringeren Absatz als 2005 auszugehen. (dpa/mm)