Seoul. Ungeachtet des Strafverfahrens gegen seinen Chef hat der südkoreanische Autohersteller Hyundai Motor wie geplant den Vertrag über ein neues Autowerk in Tschechien unterzeichnet. Zur Unterzeichnung am Donnerstag in der Hyundai-Zentrale in Seoul sei der tschechische Industrieminister Milan Urban angereist, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Der inhaftierte Hyundai-Chef Chung Mong Koo sei durch den Vizevorsitzenden Kim Dong Jin vertreten worden. Der Sprecher bekräftigte zugleich, dass der Termin für den Baubeginn angesichts der derzeitigen Situation bei Hyundai noch nicht feststehe. "Wir erwarten jedoch, damit bald starten zu können."
Die Staatsanwaltschaft hatte Chung am Dienstag wegen des Vorwurfs der Untreue und Verletzung von Treuepflichten angeklagt. Chung soll Firmengelder in Höhe von mehr als 100 Milliarden Won (83 Millionen Euro) abgezweigt haben, um damit schwarze Kassen anzulegen. Dieses Geld soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein, damit sie sich für die Geschäftsinteressen des Autokonzerns einsetzen.
Hyundai plant für rund eine Milliarde Euro in Nosovice in Nordmähren ein Werk mit einer jährlichen Produktionskapazität von 300.000 Einheiten. In der benachbarten Slowakei will das Schwesterunternehmen Kia Motors Ende dieses Jahres mit der Serienherstellung in seinem ersten Werk in Europa beginnen. Hyundai Motor verfügt bislang über Fertigungsstätten in Indien, der Türkei, China und den USA. (dpa/mm) Foto: Hyundai Motors Deutschland