Portland. DaimlerChrysler will in den kommenden Jahren der profitabelste Lastwagen-Bauer der Welt werden. "Unser Ziel ist es, die Profitabilität in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zu steigern", sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Mittwoch in Portland bei einer Feier zum 25. Jahrestag der Übernahme des US-Lastwagenbauers Freightliner durch die damalige Daimler-Benz AG. Genauere Angaben machte er nicht. Die Zielmarken sollen im Laufe des Jahres konkretisiert werden. Außerdem äußerte sich der Vorstandschef positiv zu einer möglichen Einführung des Kleinwagens Smart auf dem US-Markt. Darüber solle noch im Juni entschieden werden.
Im Lastwagengeschäft liege DaimlerChrysler bei Umsatz und Absatz bereits vorne, sagte Zetsche. Auf der Gewinnseite gebe es allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten. "In Nordamerika muss Freightliner, in Europa Mercedes-Benz und in Asien Fuso den Maßstab in Sachen Profitabilität setzen." Es gebe noch Spielraum für Kosteneinsparungen und Produktivitätsverbesserungen. Ein weiteres Ziel sei, den Konzern beständiger gegenüber den branchenüblichen Konjunkturschwankungen zu machen. Als profitabelster Nutzfahrzeug-Hersteller gilt derzeit die schwedische Scania, weitere Wettbewerber sind unter anderem Volvo, MAN und die chinesische Dongfeng.
In den kommenden Jahren werde DaimlerChrysler die Synergien des weltumspannenden Konzerns voll ausnutzen, ergänzte der Chef der Nutzfahrzeugsparte, Andreas Renschler. So sollen beispielsweise die Lastwagen der fünf konzerneigenen Marken langfristig nur noch mit drei Motorentypen angetrieben werden. Derzeit werden noch acht unterschiedliche Motorenplattformen verwendet. Die Absatzmärkte sollen klar aufgeteilt bleiben. So beliefert Freightliner mit den drei Marken Freightliner, Western Star und Sterling den nordamerikanischen Markt, Fuso konzentriert sich auf Asien, Mercedes deckt den Rest der Welt ab. Renschler bekräftigte frühere Aussagen, wonach im Lastwagen-Geschäft nach dem Rekordjahr 2005 mit einer weitgehend stabilen Entwicklung zu rechnen sei. Im kommenden Jahr zeige der Trend dann eher nach unten. Allerdings werde der Abschwung nicht so dramatisch ausfallen, wie von einigen Marktteilnehmern befürchtet.
Die Lastwagen-Sparte von DaimlerChrysler erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 30,4 Milliarden Euro, der operative Gewinn lag bei 1,6 Milliarden Euro. Insgesamt wurden knapp 530.000 Fahrzeuge verkauft. Die 1981 übernomme Freightliner hatte mit mehr als 200.000 verkauften Fahrzeugen den größten Anteil. Das Unternehmen beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter und ist bei schweren Lastwagen mit einem Gewicht von mehr als 7,3 Tonnen in Nordamerika Marktführer.
Angesprochen auf die Entwicklung im Autogeschäft ging Zetsche zunächst auf die Chrysler Group ein. Die Entwicklung dort sei gut und Chrysler schließe schnell zu den Besten des Marktes auf. Derzeit seien aber die Lagerbestände etwas höher als gewünscht. Außerdem habe auch Chrysler unter den schlechten Nachrichten von den beiden amerikanischen Konkurrenten Ford und GM gelitten. In der zweiten Jahreshälfte rechne er aber mit einem Aufschwung, da Chrysler dann neue Produkte einführe.
Außerdem deutete Zetsche an, mit dem Kleinwagen Smart den Schritt auf den US-Markt wagen zu wollen. "Die Tendenz ist positiv." Derzeit werde vor allem noch über mögliche Vertriebskanäle nachgedacht. Mit einer Entscheidung sei im Laufe des Juni zu rechnen. Es bleibe bei dem Ziel, die seit Jahren defizitäre Kleinwagenmarke 2007 in die schwarzen Zahlen zu führen. Im Zuge der Smart-Sanierung hatte DaimlerChrysler vor kurzem die Einstellung des Smart forfour und den Abbau von 300 der insgesamt 750 Stellen in Böblingen bekanntgegeben. Künftig wird Smart damit nur noch den Zweisitzer fortwo im Angebot haben, von dem es im kommenden Jahr ein überarbeitetes Modell geben soll. (dpa/mm)