Wolfsburg. Volkswagen will im Mai eine endgültige Entscheidung über den Standort für das geplante neue Werk in Russland treffen. Fünf Standorte seien noch in der engeren Wahl, sagte der Leiter des Russland-Projekts, VW-Markenvorstand und Skoda-Chef Detlef Wittig, der Mitarbeiterzeitung "Autogramm". Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats sollen von Ende 2008 an in der neuen Fabrik vor allem eine Stufenhecklimousine auf Polo-Plattform und der Skoda Octavia gebaut werden. 3.000 bis 3.500 Arbeitsplätze sollen entstehen. Außerdem sei ein Industriepark für Zulieferer geplant. Der VW-Konzern wolle von 2010 an pro Jahr 150.000 Autos in Russland absetzen, sagte Wittig. Derzeit seien es rund 30.000 Fahrzeuge. Der russische Automarkt habe kräftige Zuwachsraten.
Ursprünglich war mit einer Zustimmung des VW-Aufsichtsrates für das Russland-Werk bereits im Februar gerechnet worden. Die schwierige Standortsuche hatte dies aber verzögert. Wittig sagte, Volkswagen habe mit der Russischen Föderation eine Vereinbarung verhandelt, die eine Senkung der hohen Importzölle auf durchschnittlich drei Prozent vorsehe. Voraussetzung dafür sei aber, dass VW eine Fabrik in Russland baue und mindestens 30 Prozent des Wertes eines Autos in Russland beschaffen müsse. Das Abkommen ermögliche es VW, zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren und den Marktanteil des Konzerns in Russland von derzeit zwei auf zehn Prozent in fünf Jahren zu steigern.
Die geplante Fabrik werde die Bereiche Karosseriebau, Lackiererei und Montage umfassen. Getriebe und Motoren sollten an anderen Konzern-Standorten gefertigt werden. Wittig sagte, die Sorge, ein Werk in Russland gefährde Arbeitsplätze an anderen Konzern-Standorten, sei unbegründet. "Eine deutliche Volumensteigerung auf dem russischen Markt führt auch zu einer besseren Auslastung der Komponenten-Werke und sichert damit nachhaltig Arbeitsplätze, nicht zuletzt auch bei uns." (dpa)