Düsseldorf. Vor Beginn der 6. Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie in NRW haben rund 1.000 Beschäftigte bei DaimlerChrysler in Düsseldorf ihrer Forderung nach mehr Geld mit einem Warnstreik Nachdruck verliehen. Die Produktionsbänder im Sprinter-Werk standen bis zur Frühschicht still, dadurch wurden 90 Kleinbusse weniger gebaut, wie die IG Metall am Dienstag mitteilte. Die Beschäftigten versammelten sich mit Fackeln zur Kundgebung vor Tor 3 des Werks und forderten unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber wollen im Tarifstreit ihr Angebot erhöhen. Man müsse aufeinander zugehen, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser im Deutschlandfunk und kündigte eine verbessertes Angebot "Richtung 2" an.
Die Arbeitgeber hatten zuletzt angeboten, die Einkommen für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten ab 1. März 2006 um jährlich 1,2 Prozent anzuheben bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Hinzu sollen monatliche Einmalzahlungen kommen. Die Offerte hatte die IG Metall als realitätsfern und Provokation zurückgewiesen. Sie fordert ein aus ihrer Sicht verhandelbares Angebot. Kannegiesser stellte ferner klar, dass die IG Metall nicht bei ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn bleiben könne.
Die Tarifverhandlungen in der Branche werden heute (Dienstag) in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt, am Mittwoch folgen Baden-Württemberg, Niedersachsen und das Tarifgebiet Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland). Der Präsident und Verhandlungsführer der NRW-Metallarbeitgeber, Michael Jäger, hatte erklärt, er rechne in seinem Bundesland mit einem Tarifabschluss noch in dieser Woche. (dpa-AFX)