Hannover. Im Ringen um die Umstrukturierung bei Volkswagen hatte die Gewerkschaft zu Gesprächen aufgefordert, um auszuloten, ob Änderungen an dem bestehenden Tarifvertrag erforderlich sind. Volkswagen will mit massiven Kostensenkungen und Personalabbau die Ertragsschwäche der Traditionsmarke überwinden.
Bei dem ersten Sondierungsgespräch am 12. Juni hatte die VW-Führung eine Abschaffung der Vier-Tage-Woche und die Rückkehr zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gefordert. Die Gewerkschaft hatte dies damals zurückgewiesen. Der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh hat inzwischen erklärt, eine Verlängerung der Arbeitszeit sei zwar nicht ausgeschlossen, aber dafür müsse auch genügend Arbeit da sein. Auch der IG Metall-Sprecher erklärte, schon heute könne bei VW mühelos die Arbeitszeit in einem Korridor von 28,8 auf 35 Stunden schwanken. "Das hat aber nur Sinn, wenn Arbeit da ist", sagte Köther. Die Gewerkschaft wolle die Gespräche jedoch nicht nur auf die Frage der Arbeitszeiten fokussieren.
Unter anderem will die IG Metall laut Köther für den nicht ausgelastetenen Standort Wolfsburg die Zusage einfordern, dass hier künftig der Nachfolger des Golf "mit einem beschäftigungssichernden Volumen" gebaut wird. Auch ein bereits zugesichertes zweite Volumenmodell müsse endlich in das Hauptwerk kommen. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte dagegen mit dem Abzug der Golf-Produktion aus Wolfsburg gedroht, sollte sich die Belegschaft nicht auf verlängerte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich einlassen. Für das Komponentenwerk in Salzgitter wolle die Gewerkschaft zudem eine definierte Menge von Motoren verabreden, mit der die Auslastung und die Beschäftigung dort gesichert werden könne. "Solche Forderungen werden wir für jedes einzelne Werk stellen."
VW-Chef Bernd Pischetsrieder will bis Ende Juli die Sanierungsverhandlungen mit der Gewerkschaft zum Abschluss bringen. Köther sagte, derzeit fehle der Gewerkschaft noch die Klarheit, ob das Unternehmen tatsächlich Zusagen machen wird. Eine realistische Einschätzung zum Zeithorizont sei daher schwer. Mit ersten Vereinbarungen noch an diesem Mittwoch rechne er allerdings nicht. (dpa-AFX/tb)