Leipzig. Über 450 Aussteller aus 20 Ländern, 100 Premieren und 50 Automarken – mit einem prallen Programm präsentiert sich die Leipziger Auto-Schau AMI vom 1. bis zum 9. April bei ihrer 16. Auflage dem Fachpublikum und Besuchern. Lack und Chrom, Kleinwagen und Luxuskarossen sollen auch in diesem Jahr wieder mehr als eine viertel Million Besucher zur Auto Mobil International in die sächsische Messestadt ziehen. Die weltgrößte Automesse, die IAA in Frankfurt, gibt es erst im nächsten Jahr wieder, deshalb sieht Messechef Wolfgang Marzin die Leipziger AMI 2006 in der Pole Position beim Start in die Autosaison in Mitteleuropa. Zwar haben die großen Autobauer schon den Genfer Automobilsalon oder die IAA im vergangenen Jahr genutzt, um ihre neuesten Modelle vorzustellen. Dennoch sei in Leipzig alles vertreten, was in der Branche Rang und Namen habe. Erstmals dabei ist die US-Automarke Dodge. Peugeot hat Leipzig ausgewählt, um weltweit erstmals seinen neuen 307 HDI FAP 90 zu zeigen.
Von der stark erlebnisorientierten AMI erhofft sich die Branche, dass die Autofahrer beim Autokauf endlich wieder Gas geben. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie sank die Zahl der Neuzulassungen auf dem deutschen Markt im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat gegen den europäischen Trend um zwei Prozent auf 216.000. Angesichts eines Durchschnittsalters der Autos von acht Jahren hofft der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller, Volker Lange, dass mit der Konjunktur auch die private Nachfrage anzieht.
Nach Meinung von Messechef Marzin hat sich die AMI trotz der übermächtigen IAA, die im September 2005 rund 940.000 Besucher anzog, einen festen Platz auf dem Messekalender erobert. Wachstumschancen für die Leipziger Messe sieht er vor allem beim Blick in Richtung Osten. "Die Messen sollen von der EU-Erweiterung profitieren", sagt Marzin. Auch die AMI und die begleitende Fachmesse für Autoteile und Zubehör AMITEC zielen verstärkt auf internationales Publikum. Im vergangenen Jahr kamen erst rund 14.000 Besucher aus Polen und Tschechien. In diesem Jahr sind erstmals polnische Unternehmen mit einem Gemeinschaftsstand in Leipzig vertreten.
Chinas Autoindustrie sieht die Branche als ernst zu nehmenden Konkurrenten – auch wenn die im vorigen Jahr in Leipzig vorgestellte Limousine des chinesischen Autobauers Brilliance den Sprung auf den deutschen Markt nicht geschafft hat. Diese und andere aktuelle Trends stehen auf dem Programm des Kongresses, der die AMI begleitet. (dpa)