Düsseldorf. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hegt starke Zweifel an der heute veröffentlichten Analyse des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), wonach die Kosten pro Fahrzeug für den im portugischen Werk Azambuja produzierten Opel Combo rund 500 Euro über denen anderer möglicher Standorte liegen. "Ich bezweifle diese Zahlen absolut", sagte Franz der "Wirtschaftswoche". "Das sind politische Zahlen und der Versuch, die Spekulationen über eine mögliche Werksschließung weiter zu schüren." Die Produktivität am Standort Azambuja sei in den vergangenen drei Jahren bereits signifikant verbessert worden, sagte Franz, "wir haben umgehend angefragt, detaillierten Einblick in die Studie zu erhalten."
Ob GM das Werk schließen will oder mit der Kostenanalyse den Druck für die bevorstehenden Verhandlungen erhöhen wolle, konnte Franz nicht sagen. "Beide ist möglich", erklärte Franz. Ein Sprecher von GM-Europe sagte auf Anfrage, man könne derzeit nicht sagen, ob das Werk zu retten sei. Eine Werksschließung sei aber weiterhin eine mögliche Option. Eine Entscheidung solle bis Mitte Juni fallen. (dpa-AFX/mm)