Detroit. Der unter US-Gläubigerschutz stehende Autozulieferer Delphi hat im vergangenen Jahr versucht, den Verlust zumindest zu halbieren. In einer verspätet am Dienstagabend bei der Börsenaufsicht SEC eingereichtenen Jahresbilanz für 2005 wies Delphi ein Minus von 2,4 Milliarden Dollar (1,88 Milliarden Euro) aus, im Jahr 2004 hatte der Verlust noch 4,8 Milliarden Dollar betragen. Dieser Verlust war jedoch damals vor allem durch eine Steuerbelastung von 4,7 Milliarden Dollar zu Stande gekommen, die der Konzern im vierten Quartal 2004 verbucht hatte.
Der Verlust je Aktie (EPS) verringerte sich von 2004 auf 2005 von 8,59 auf 4,21 Dollar. Delphi, der noch immer größte Zulieferer seiner früheren Mutter GM, begründete die nun angefallenen hohen Verluste unter anderem mit hohen Abschreibungen auf Maschinen und Werke. Aber auch steigende Rohstoffkosten hätten dem Unternehmen zugesetzt sowie der gestiegene Preisdruck durch den Ausfall von Produktion bei GM in Nordamerika. Auch beim Umsatz musste Delphi Federn lassen: Die Erlöse sanken von 28,6 auf 26,9 Milliarden Dollar. Dabei erhöhte sich jedoch der Umsatzanteil, den Delphi nicht mit GM machte, auf mehr als die Hälfte – und zwar von 46,2 auf 52,4 Prozent.
Die Präsentation der Jahresbilanz war wegen der laufenden Gespräche mit den Gewerkschaften und General Motors über mögliche Lohnkürzungen und die Streichung von Unterstützungszahlungen bis jetzt verschoben worden. In der Zwischenzeit hatte Delphi einem Insolvenzgericht in New York allerdings regelmäßig seine monatlichen Zahlen vorlegen müssen. Für das vierte Quartal 2005 wies der Konzern einen Verlust von 828 Millionen Dollar oder 1,48 Dollar je Aktie aus, nach minus 4,9 Milliarden Dollar oder minus 8,74 Dollar je Aktie ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank von 7 auf 6,8 Milliarden Dollar.
Delphi hatte erst vor kurzem erste Erfolge beim geplanten Stellenabbau gemeldet. Im Laufe dieses Jahres werden voraussichtlich 12.600 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, die die vom Konzern angebotene Frühverrentung angenommen haben. Ein Teil der ausscheidenden Belegschaft soll durch deutlich günstigere Mitarbeiter ersetzt werden. Von diesem Exodus könnte nach Ansicht von Experten Delphi noch im Laufe des Jahres profitieren, da die Erträge steigen sollten. Möglicherweise werden noch mehr Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, da der Konzern sein Abfindungsangebot inzwischen auf fast alle Mitarbeiter in Festanstellung ausgeweitet hat. (dpa-AFX/tb)