München. In die Korruptionsaffäre beim Autobauer BMW soll auch der US-Automobilzulieferer Lear verstrickt sein. Nach bisherigen Erkenntnissen habe Lear dem in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen Einkaufsmanager von BMW einen sechsstelligen Dollar-Betrag gezahlt, um einen Auftrag von dem Autohersteller zu erhalten, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag in München. Bereits im November vergangenen Jahres habe es wegen der Vorwürfe Durchsuchungen an deutschen Standorten des Unternehmens gegeben. Winkler bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Rundschau" (Dienstagausgabe).
Der US-Konzern Lear Corporation war bereits zum Jahresbeginn in Medienberichten als eines der in der Korruptionsaffäre verdächtigten Unternehmen genannt worden. Darüber hinaus waren die deutschen Mittelständler M&H, Grammer und Dräxlmaier im Gespräch sowie eine Tochter der österreichisch-kanadischen Firmengruppe Magna International. Wann es zu einer Anklageerhebung kommen könnte, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Winkler. Bei den Ermittlungen geht es auch um mögliche Schmiergeldzahlungen des Autozulieferers Faurecia.
Der französische Konzern steht im Mittelpunkt einer aktuellen Korruptionsaffäre, von der unter anderem VW und Audi betroffen sind. Neben München ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Faurecia und weitere Zulieferer. Der ehemalige BMW-Einkaufsmanager soll insgesamt mehr als eine Million Euro an Schmiergeld angenommen haben. (dpa/tb)