Hannover. Das VW-Management und die IG Metall wollen am nächsten Mittwoch (12. Juli) in Wolfsburg zu einem zweiten Sondierungsgespräch über die Pläne des Unternehmens zur Sanierung seiner Kernmarke zusammenkommen. Das teilte die IG Metall am Mittwoch in Hannover mit. Die Gewerkschaft wolle von dem Ergebnis des Treffens abhängig machen, ob sie Tarifgespräche mit Volkswagen aufnimmt. Eine erste Zusammenkunft habe keine Klarheit gebracht.
Bei einem Sondierungsgespräch am 12. Juni hatte die VW-Führung eine Abschaffung der Vier-Tage-Woche und Rückkehr zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gefordert. Dies wies die Gewerkschaft zurück. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von VW, Bernd Osterloh, hatte inzwischen erklärt, eine Verlängerung der Arbeitszeit sei zwar nicht ausgeschlossen. Aber dafür müsse auch genügend Arbeit da sein. Angesichts bestehender Überkapazitäten befürchtet die Arbeitnehmerseite, dass längere Arbeitszeiten zu einem weiteren Personalabbau führen würden. Auch mehr Arbeit zum gleichen Lohn sei nicht gerechtfertigt. Der Wolfsburger Autobauer hatte die IG Metall zu Gesprächen aufgefordert, um auszuloten, ob Änderungen an dem bestehenden Tarifvertrag erforderlich sind.
VW will mit massiven Kostensenkungen und Personalabbau die Ertragsschwäche der Traditionsmarke überwinden. VW-Chef Bernd Pischetsrieder will bis Ende Juli die Sanierungsverhandlungen mit der Gewerkschaft zum Abschluss bringen. Arbeitsdirektor Horst Neumann betonte, VW müsse an drei Stellschrauben wettbewerbfähiger werden und nannte Produktivität, Arbeitskosten und Auslastung. Neumann hatte wiederholt erklärt, VW wolle den Tarifvertrag nicht kündigen, aber es werde "sehr schwer", die Beschäftigtenzahl zu halten. Mindestens 20.000 Jobs stehen bei VW auf dem Prüfstand. Sie sollen hauptsächlich auf freiwilligem Weg – etwa über Aufhebungsverträge und Altersteilzeit abgebaut werden.
Nach Experteneinschätzung wird der Personalabbau aber deutlich höhere Zahlen erreichen. VW hat sich im Detail dazu noch nicht geäußert. In den sechs westdeutschen VW-Werken gilt der Zukunftstarifvertrag von November 2004, in dem VW der IG Metall Beschäftigungsgarantie für die über 100.000 Arbeitnehmer bis 2011 zusicherte. Er steht aber unter der Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit und kann daher auch gekündigt werden. Deshalb hatte VW die IG Metall zu Gesprächen darüber aufgefordert, wie die Ziele Beschäftigungssicherung und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen erreicht werden können. (dpa/tb)