Stuttgart/Den Haag. Das Ende des verlustbringenden Smart-Viersitzers Forfour ist besiegelt. Der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler stimmte dem Stopp des Modells zu, wie der Stuttgarter Autobauer am Donnerstag mitteilte. Der Konzern hatte sich zu einem harten Sanierungsplan bei der Kleinwagensparte entschlossen, um die Milliardenverluste zu stoppen.
Wegen der Auswirkungen der Forfour-Einstellung auf das Mitsubishi-Werk im niederländischen Born, in dem der Viersitzer gebaut wird, forderten niederländische Gewerkschaften ultimativ ein Gespräch mit DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche. Sie befürchten, der Verlust der Smart-Produktion würde hunderte Arbeitsplätze kosten. Für das Ende des Forfour erzielte DaimlerChrysler auch eine erste Einigung mit dem japanischen Kooperationspartner Mitsubishi. Es wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ein verbindliches Abkommen für den Produktionsstopp zu erreichen. Der Smart Forfour wird auf einer gemeinsamem Plattform mit dem Mitsubishi Colt gebaut.
DaimlerChrysler will sich beim Smart nur noch auf die Herstellung des "Urmodells", des Zweisitzers Fortwo, konzentrieren. Die Kleinwagenmarke soll vollständig in die Mercedes-Organisation integriert werden. Damit geht auch der Abbau von rund 300 Stellen am Smart-Standort Böblingen einher. Die Kosten der Sanierung wurden auf rund eine Milliarde Euro beziffert.
Ein Vertreter des niederländischen Gewerkschafts-Dachverbandes FNV drohte am späten Mittwochabend mit Aktionen: "Wenn Zetsche uns nicht zuhört, wird kein Smart mehr das Werk verlassen." Die Gewerkschaft fordert, die Produktion des Smart Forfour so lange aufrecht zu erhalten, bis ein anderes Modell bei NedCar gebaut wird. Derzeit stellt das Unternehmen mit 3.000 Mitarbeitern neben dem Smart-Viersitzer auch den Colt her. NedCar ist eine hundertprozentige Tochter des japanischen Unternehmens. (dpa)