Stuttgart. Der Automobilzulieferer Beru erwartet in diesem Jahr wegen der weiter florierenden Nachfrage bei Dieselfahrzeugen und Elektronikausrüstungen ein hohes Umsatzwachstum. Bei den Erlösen wird mit eine Steigerung auf 425 bis 435 Millionen Euro gerechnet. "Wir gehen davon aus, dass Beru auch 2006 sein profitables Wachstum fortsetzen und eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Rendite erzielen wird", sagte Vorstandschef Marco von Maltzan am Donnerstag in Stuttgart.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll über 50 Millionen Euro erreichen. Maltzan nannte das neunmonatige Rumpfgeschäftsjahr 2005 (1.4. bis 31.12.) stark und erfolgreich. Auf vergleichbarer Basis habe der Umsatz um 8,5 Prozent auf 305,8 Millionen Euro zugelegt. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis betrug 41,3 Millionen Euro. Rechnet man die einmaligen Sonderaufwendungen, die vor allem in Frankreich und Mexiko anfielen, ab, lag das Ergebnis bei 32,0 Millionen Euro. Am französischen Standort für die Zündkerzenproduktion in Chazelles sur Lyon sollen im ersten Halbjahr 2006 nochmal rund 80 Stellen wegfallen. Schwache Absatzzahlen bei Ottomotoren und der Preisdruck hätten das Umsatz und Erlöse in diesem Bereich belastet.
Die Ludwigsburger Beru AG ist nach eigenen Angaben mit über 40 Prozent Weltmarktanteil die Nummer eins bei Glühkerzen für Dieselmotoren. Der Umsatz in diesem Kerngeschäftsfeld legte 2005 um 9,3 Prozent auf 142,9 Millionen Euro zu. Beru rechnet auch künftig mit einem steigenden Anteil an Dieselmotoren. Der Zulieferer erwartet aber in dem noch relativ kleinen Geschäftsfeld Elektronik/Sensorik (Umsatz 79,0 Millionen Euro) starke Erlössteigerungen, weil in den USA ab September 2006 bei 70 Prozent aller neuen Pkw Reifendruck-Kontrollsysteme Pflicht sind. Bereits jetzt habe MAN einen Großauftrag eines deutschen Autobauers dafür bekommen, weitere Hersteller wollten ihre Exporte serienmäßig mit dem Beru-System ausstatten, sagte von Maltzan. (dpa-AFX)