Detroit. Die Absatzschwierigkeiten von General Motors (GM) in den USA finden kein Ende. Nach eigenen Berechnungen hat der Konzern im Juni auf dem US-Markt rund 30 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als noch vor einem Jahr. Auch für Juli rechnet der Hersteller mit einem schleppenden Fahrzeugabsatz. Um seine Auslieferungen zu steigern, kündigte der größte Autobauer der Welt nun neue Vergünstigungen für die Autokäufer an. Bis zum 5. Juli bietet der Autobauer für zahlreiche Modelle der Marken Chevrolet, Buick, Pontiac und GMC den Kunden beim Autokauf eine Null-Prozent-Finanzierung an. Mit dem Schritt will GM nach eigenen Angaben vor dem Start neuer Modelle seine Lagerbestände leeren.
Schon im Mai hatte GM ein Absatzminus von 19 Prozent vermeldet. Der Rückgang ist allerdings zum Teil hausgemacht: Im vergangenen Jahr hatte GM seine Verkäufe durch so genannte Mitarbeiterrabatte angekurbelt – jeder Kunde erhielt den selben Preisabschlag wie er sonst nur der GM-Belegschaft angeboten wird. Damit konnte der Konzern damals seinen Absatz zwar kräftig steigern, leidet nun aber nach dem Ende dieses Rabattmodells an den Auswirkungen. Das GM-Angebot an die Autokäufer, zinslose Kredite zu gewähren, gilt für eine Finanzierungsdauer von bis zu sechs Jahren.
Konkurrent Ford hat bereits eine Null-Prozent-Finanzierung im Angebot, das Modell läuft aber nur über fünf Jahre. Der zu DaimlerChrysler gehörende Autobauer Chrysler kündigte unterdessen eine mögliche Entscheidung über die Einführung weiterer Rabatte für diesen Freitag an. An diesem Tag laufen die bisherigen Preisvergünstigungen des GM-Konkurrenten aus. Dabei erwägt Chrysler offenbar auch Mitarbeiterrabatte. Den Preiskampf auf dem US-Automarkt will GM allerdings nicht noch durch weitere Rabatte verschärfen: Nach den kräftigen Abschlägen im vergangenen Jahr setzt GM nun vordringlich auf eine Stärkung seines Markenimages. Gleichzeitig versucht der Konzern, seine Rabatte langsam herunterzufahren und den durchschnittlichen Verkaufspreis nach oben zu treiben. So dürfte nach Konzernberechnungen der durchschnittliche Rabatt pro Fahrzeug im Juni bei 2.836 Dollar gelegen haben. Dies wären 1.100 Dollar weniger als im Vorjahr.
Auch die wenig Gewinn bringenden Flottenverkäufe an Autovermietungen, die besonders günstige Konditionen bekommen, sollen gedrosselt werden. Der Marktanteil der so genannten "großen Drei" in den USA – GM, Ford und Chrysler – war angesichts der großen Konkurrenz durch die japanischen Hersteller im ersten Quartal von 58 auf 56 Prozent gerutscht. Die beiden führenden japanischen Konkurrenten Toyota und Honda kamen zusammen auf einen Anteil von 22 Prozent (Vorjahr: 21 Prozent). (dpa/mm)