Hannover. Beim Autobauer Volkswagen geht die geplante Restrukturierung jetzt in die heiße Phase. An diesem Montag treffen Unternehmensspitze und Gewerkschaft zu Sondierungsgesprächen zusammen. Die IG Metall erwartet, dass VW nun Einzelheiten des Programms auf den Tisch legt. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat bereits tiefgreifende Maßnahmen angekündigt. Nach seiner Auffassung ist die Sanierung der ertragsschwachen Marke VW entscheidend für den gesamten Konzern. Details sind bisher aber noch nicht bekannt.
Für Unruhe in der Belegschaft sorgte unter anderem die Ankündigung der VW-Spitze, dass bis zu 20 000 Jobs von dem Umbau betroffen sein könnten. Das wäre jeder fünfte Arbeitsplatz in den westdeutschen Werken. Anfang Mai hatte der Wolfsburger Autobauer die IG Metall zu Gesprächen aufgefordert. Jetzt wollen beide Seiten ausloten, wie die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen erhöht und die Kosten gesenkt werden können, unter Beachtung der Beschäftigungs-Garantie, die VW der Gewerkschaft tarifvertraglich zugesichert hat.
IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine hat schon in der vorigen Woche erklärt, die IG Metall stehe für "Verzichtsorgien" nicht zur Verfügung. Die Gewerkschaft fordert ein umfassendes Gesamtkonzept für die Restrukturierung und einen "fairen Ausgleich von Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung".
Der VW- Tarifvertrag vom November 2004 schließt betriebsbedingte Entlassungen bis Ende 2011 aus und ist von keiner der beiden Vertragsparteien gekündigt. Auch das Unternehmen hat bisher stets betont, dass es an dem Vertrag nicht rütteln will. Er steht aber unter der Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit. In den Gesprächen könnte es etwa um die Arbeitszeiten bei VW gehen, hieß es wiederholt in nicht bestätigten Berichten. Und auch der vergleichweise teure Haustarif, der noch bis zum 31. Januar 2007 läuft, könnte ein Thema werden. (dpa/feb)