Hamburg (dpa) - Der VW-Betriebsrat will die vom Vorstand geforderte Arbeitszeitverlängerung auf 35 Stunden nur diskutieren, wenn entsprechend mehr Arbeit da ist. "Wenn Aufträge da sind, arbeiten wir auch 35 Stunden", sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Osterloh betonte ferner, dass die Arbeitskosten beim Bau eines Golfs in Wolfsburg nur elf Prozent ausmachten. "Ich erwarte, dass sich das Management genauso intensiv um die restlichen 89 Prozent der Kosten kümmert", sagte Osterloh. Es liege auch nicht an den Arbeitern, dass die Montage des Golf 50 Stunden erfordere. Vielmehr sei er "so konstruiert, dass man ihn eigentlich nicht bauen kann".
Wenn Personalkosten eingespart würden, wolle der Betriebsrat wissen, wie das Unternehmen das Geld verwende um langfristig überlebensfähig zu sein. "Fließt wieder alles in eine verrückte Ingenieursidee?", fragte der Betriebsratschef. "Werden sich beim Golf künftig alle vier Räder drehen oder so etwas? Am Ende ist das Geld weg, wir verkaufen trotzdem nicht mehr Autos und die Arbeiter baden es aus." (dpa/mm)