Hannover. Der Autozulieferer Continental will nach dem Erwerb der Autoelektronik-Sparte des US-Konzerns Motorola vor allem auch in Nordamerika weiter auf Einkaufstour gehen. "Wir haben unsere Position in einzelnen Bereichen verstärkt, aber es gibt durchaus noch Bereiche, in denen ich mir eine stärkere Position für unser Elektronikgeschäft in den USA vorstellen kann", sagte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer in einem dpa-Gespräch. Er sagte zudem, das Autoelektronikgeschäft von Motorola werde die Ertragskraft von Continental weiter steigern. Als Felder für weitere Zukäufe nannte Wennemer Sensorentechnik und Energiemanagement - "alles, was mit Elektronik zu tun hat und wo wir uns im Moment nicht haben verstärken können". Wennemer bekräftigte dabei das Conti-Interesse an Teilen des insolventen US-Zulieferers Delphi . "Wir wollen aber nicht noch zusätzliche Geschäftsbereiche an Bord nehmen. Also ergibt sich daraus schon einmal, dass es Geschäfte sind, in denen wir bereits aktiv sind." Conti warte nun aber ab, welches Sanierungskonzept Delphi vorlege. "Dann wird man über die einzelnen Dinge miteinander reden."
Continental hatte am Montag überraschend die Übernahme der Autoelektroniksparte von Motorola bekannt gegeben. Der Kaufpreis liegt bei rund 830 Millionen Euro. Mit dem Erwerb steigt Conti in das Wachstumsfeld Telematik ein. Wennemer bezeichnete die Motorola-Sparte als "hervorragende Ergänzung". Zu weiteren Zukäufen sagte der Conti-Chef: "Wir kümmern uns weiterhin. Wir haben jetzt an einer Stelle eine ordentliche Akquisition gemacht. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt aufhören." Conti könne durchaus vier Milliarden Euro für Zukäufe ausgeben. (dpa-AFX)