Stuttgart. Der Zulieferer Mahle hatte im ersten Halbjahr 2013 ein Umsatzminus von 5,4 Prozent auf rund drei Milliarden Euro zu verzeichnen. 90 Millionen des Rückgangs von 173,7 Millionen Euro sind allerdings auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Nach Angaben des Mahle-Chefs hätten sich vor allem die Abwertung des japanischen Yen und des brasilianischen Real negativ ausgewirkt. Als weitere Einflussfaktoren nennt er den weltweit schwachen Verlauf des Nfz-Marktes, die regional sehr unterschiedliche Entwicklung der Pkw-Märkte sowie das schwächelnde Industriegeschäfts der Stuttgarter.
In Europa, das 47 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen hatte, gab es vor allem im ersten Quartal ein Minus von 11,9 Prozent. Im zweiten Quartal lagen die Umsätze hingegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Region Nordamerika lag im ersten Halbjahr 2013 mit 631 Millionen Euro hingegen nur 2,2 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. Erfreulich entwickelte sich für den Zulieferer „vor allem der Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent“, erläuterte der Vorsitzende der Geschäftsführung Heinz K. Junker.Das Minus von 3,7 Prozent auf 360 Millionen Euro in Südamerika ist nach Angaben des Konzern-Lenkers vollständig auf negative Wechselkurseffekte zurückzuführen. Bereinigt um Abwertungseffekte steht um Umsatzplus von 5,2 Prozent zu Buche.Mahle mit Umsatzrückgang im ersten Halbjahr
Ähnlich die Situation in der Region Asien/Pazifik. Der Umsatz sackte um 51,2 Millionen Euro auf 598 Millionen Euro ab. Ohne Währungseinflüsse wären davon nur ein Minus von 5,6 Millionen Euro übrig geblieben. Während es für die Stuttgarter in China und Thailand positive Wachstumseffekte gab, „zeichnete sich in Indien für die gesamte Automobilindustrie eine schwierige Entwicklung ab“, so Junker. So stieg der Asien-Anteil am Gesamtumsatz nicht weiter an, sondern blieb bei 20 Prozent. Ansonsten wäre „der Anteil am Gesamtumsatz deutlich über 20 Prozent gestiegen“, Junker weiter.
Bereinigt um Sondereffekte hätte die Ebit-Marge im ersten Halbjahr nahezu auf Vorjahresniveau gelegen. Von Mahle eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen, um die Kapazitäten in Westeuropa an das niedrige Pkw-Produktionsniveau anzupassen, hätten zu Rückstellungen im Halbjahresabschluss geführt. Diese hätten deutliche ergebnisbelastende Einmaleffekte bewirkt. So hatte Mahle das Ende der Pkw-Kolbenproduktion am französischen Standort nahe Colmar eingeleitet. Im ersten Quartal kommenden Jahres soll hier Schluss sein. „Weitere Schließungen sind nicht geplant“, erklärte der Mahle-Chef.Für das zweite Halbjahr rechnet er jedoch mit einer Stabilisierung der Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Vorjahresniveau. Allerdings sieht er insbesondere in Europa weiterhin konjunkturelle Unsicherheiten. Insgesamt hält Junker für das Gesamtjahr einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro für möglich.Mahle hatte im Mai seine Beteiligung an der Behr-Gruppe von 36,85 Prozent auf 51 Prozent erhöht. Zeitgleich wurde mit den Familiengesellschaften, die die restlichen Anteile halten, ein Vertrag geschlossen, der die volle Integration als Geschäftsbereich Thermomanagement der künftig als Mahle Behr firmierenden ehemaligen Behr-Gesellschaften in den Mahle-Konzern ermöglicht. Zwischenzeitlich haben die Kartellbehörden aller beteiligten Länder zugestimmt, so dass der Mehrheitserwerb zum 30. September vollzogen werden kann. Damit wird die Behr-Gruppe am dem 1. Oktober im Mahle-Konzernabschluss vollkonsolidiert.
Um die Synergieeffekte besser erschließen zu können, sollen die Zentralbereiche beider Unternehmen zusammengeführt werden. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Nord- und Südamerika sowie in Asien. Zudem kündigte Junker neue gemeinsame Produktionswerke an, die in der Türkei, Tschechien, Mexiko und Thailand entstehen. Für die kommenden Jahre rechnet er mit nachhaltig profitablen Umsätzen von mehr als zehn Milliarden Euro. Insgesamt zählen zu dem Konzern dann 65.000 Mitarbeiter. Ende Juni waren bei Mahle weltweit fast 48.000 Menschen beschäftigt.Einer der Hoffnungsträger von Mahle ist der nordamerikanische Markt. Junker will dort schon 2014 mehr als zwei Milliarden Euro umsetzen. Dafür hat das Unternehmen das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Farmington Hills erweitert. Alle Zentralaktivitäten in Nordamerika und da F&E-Zentrum des Geschäftsbereichs Motorsysteme und –komponenten wurden damit an einem Standort zusammengeführt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Geschäftsbereiche Filtration und Motorperipherie sowie Thermomanagement (Mahle Behr) sind im circa 30 Kilometer entfernten Standort Troy zusammenfasst. Wie auch in Farmington Hills sind dort rund 400 Mitarbeiter beschäftigt.