Stuttgart. Fahrzeugentwicklung findet heute in der Regel an verschiedenen Standorten und mit vielen eingebundenen Partnern statt. Das stellt hohe Anforderungen an die Software, die diesen Prozess unterstützt. Die Schlüsselmethode für die Entwicklung neuer Fahrzeuggenerationen sieht Dassault Systčmes im so genannten Systems Engineering. Das französische Software-Entwicklungsunternehmen im Bereich Produktlebenszyklus-Management, bietet mit 3DExperience dafür eine Plattform. Auf dieser Plattform kann der Kunde ohne Informationsverlust die jeweils benötigten Daten nutzen.
"Es ist wichtig, dass man heute die komplette Auslegungsplanung eines Fahrzeugs sehr früh im System machen kann“, erläutert Andreas Barth, als Geschäftsführer bei Dassault Systčmes für Zentral Europa verantwortlich. Früher mussten beispielsweise erst Prototypen gebaut werden. Bei den anschließenden Testfahrten wurde dann festgestellt, dass bestimmte Entwicklungen nicht funktionierten. "So lassen sich beispielsweise zwei Fahrzeuge virtuell auf einer Fahrstrecke übereinander legen und man überprüft, wie sich bei einem der Autos das Fahrverhalten ändert, wenn sich etwa der Fahrbahnbelag ändert“, erläutert Barth. Würde man solche ähnlichen Fahrversuche in der Realität austesten, "kostet das viel Zeit und Geld“.Entwicklung früh virtuell absichern
Heute gehen in der Fahrzeugentwicklung Daten häufig an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Softwarewerkzeugen verloren. Das französische Unternehmen Dassault Systčmes stellt mit 3DExperience eine Softwareplattform zur Verfügung, die diese Verluste verhindern soll.
Großer Bedarf in der Autoindustrie
Für ihn zeigen sich hier besonders die Vorteile des System-Engineering-Ansatzes, unterschiedliche Aspekte miteinander zu kombinieren und bereits in einer frühen Phase virtuell abzusichern. Aufgrund der Kostenintensität sieht Barth in der Autoindustrie den größten Bedarf. Er rechnet allerdings damit, dass es noch fünf Jahre dauern wird, bis sich solche Systeme im größeren Umfang bei den Kunden etablieren werden.
Rund 30 Prozent Ersparnis bei den Entwicklungskosten habe man bei einem Fahrzeughersteller bereits realisiert, der sich für die Dassault-Systčmes-Plattform entschieden habe. Doch häufig sehe die Realität noch anders aus: Zwar verfügen die Autobauer in der Regel über das für sie beste Simulations-, Konstruktionssystem und andere Softwarewerkzeuge, die über Schnittstellen miteinander vernetzt werden. "Das hat jedoch zur Folge, dass an jeder Schnittstelle Informationen verloren gehen“, bedauert Barth. "Heute ist es so, dass es viele große Unternehmen der Automobilindustrie gibt, die einen klassischen Software-Zoo unterhalten.“
Lesen Sie auch: