München. Die deutschen Autobauer im Premiumbereich eilen von Rekordergebnis zu Rekordergebnis. Und auch Zulieferer wie Continental, Schaeffler oder ElringKlinger überzeugen mit hohen Unternehmensgewinnen. Zu den Profiteuren zählen vor allem diejenigen Zulieferer, die mit den international erfolgreichen Unternehmen wie beispielsweise BMW, Daimler, Porsche und VW/Audi im Geschäft sind und Innovationen zur CO2-Reduzierung oder Fahrzeugsicherheit bieten.
Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors liegen die Prognosen vieler großer Zulieferer bei ihren Umsatzerwartungen für das Jahr 2013 in einer Bandbreite zwischen vier und fünf Prozent Wachstum bei gleich bleibenden bis leicht steigenden operativen Ergebnissen.Doch die Branchenexperten sehen durchaus Gefahren für die innovationsstarken mittelständischen Zulieferer. Exklusive Neuentwicklungen für die Fahrzeughersteller seien nicht zum Nulltarif zu erhalten. Und da sieht Berylls Tendenzen bei den Autobauern an der falschen Stelle zu sparen – den Innovationsleistungen des Mittelstands.Zulieferer müssen Stellschrauben neu justieren
Sinkende Automobilabsätze in Europa und ein anhaltend hoher Kostendruck von Seiten der Fahrzeughersteller gehören zu den Herausforderungen der Zulieferbranche und bringen manches Werk hierzulande in Schwierigkeiten. Doch für viele große und international gut aufgestellte Zuliefererkonzerne sind die Prognosen insgesamt stabil.
Anstieg bei den Akquisitionen erwartet
Zudem gilt es für die Zulieferer auf den richtigen Märkten präsent zu sein. Denn während der europäische Markt schwächelt, findet das Wachstum vor allem in den asiatischen Ländern wie beispielsweise China statt. Continental hat darauf jüngst reagieren. Die Hannoveraner haben mit Ralf Cramer ab August erstmals einen eigenen Manager für das China-Geschäft im Vorstand.
Hierzulande geraten jedoch immer mehr Zulieferer-Standorte unter Druck. So plant Schaeffler wegen des hohen Wettbewerbs- und Kostendrucks die Radlagerproduktion von Schweinfurt ins Ausland, möglicherweise Tschechien, zu verlagern. Und Ende März 2014 will der Kolbenhersteller Mahle die Produktion in seinem Werk in Ingersheim auslaufen lassen. Die Stuttgarter gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Aluminium-Kolben in Europa in den kommenden Jahren schwach bleibt.Nachdem es im vergangenen Jahr nur relativ wenig Unternehmensübernahmen gegeben hat, rechnet Berylls-Geschäftsführer Jan Dannenberg damit, dass das Interesse an größeren Akquisitionen in diesem und dem kommenden Jahr wieder steigen wird. Er erwartet, dass sich die Anzahl der weltweit rund 3300 Autozulieferer auf etwa 2500 im Jahr 2020 reduzieren wird. Neue Unternehmen kommen seiner Einschätzung nach in erster Linie aus den Bereichen Elektronik, Softwareentwicklung, Energiespeicher und Connectivity sowie aus den Regionen China und Korea. Die Zuliefererlandschaft werde daher internationaler und bunter.
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