Markranstädt. Der Interieurspezialist Fehrer wird Anfang 2014 seinen gesamten Produktionsstandort in Markranstädt bei Leipzig stilllegen. Dies teilte die Unternehmensleitung am Mittwoch in einer Mitarbeiterversammlung der Belegschaft am Standort mit. Hintergrund ist der Wegzug des Hauptabnehmers, der französische Zulieferer Faurecia, aus Leipzig.
"Mit der Abwanderung unseres Hauptabnehmers am Standort Leipzig nach Tschechien fehlen uns ab Ende 2013 die Aufträge, um das Werk auch nur annähernd auszulasten“, sagte die Geschäftsleitung. "Da die Automobilhersteller derzeit insgesamt in Deutschland massiv Produktionskapazitäten abbauen und ins Ausland verlagern, sind für Leipzig auch keine Folgeaufträge in Sicht.“ Die verbleibenden Produktionsumfänge werden an andere Standorte im In- und Ausland verteilt.Betroffen ist die Produktion von Schaumpolstern für Fahrzeugsitze mit rund 120 Mitarbeitern. Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich vorgenommen werden. Über die Höhe der Abfindungen und die mögliche Einrichtung einer Transfergesellschaft wird nun mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt.Fehrer schließt Standort Markranstädt
Der Anbieter von Komponenten für den Fahrzeuginnenraum Fehrer wird Anfang 2014 den Produktionsstandort in Markranstädt bei Leipzig stilllegen. Rund 120 Mitarbeiter sind davon betroffen. Bereits vorige Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass auch die Produktion am Stammsitz in Kitzingen bis zum Ende 2014 eingestellt wird. Etwa 400 Mitarbeiter in der Produktion verlieren dann ihren Job.
Verlagerung fast abgeschlossen
Die bereits beschlossene Verlagerung der Produktion von Hartschaumteilen für Fahrzeuginnenräume aus Leipzig an den Standort Großlangheim ist unterdessen fast abgeschlossen. Dort sollen künftig die Hartschaumkapazitäten von Fehrer gebündelt werden. Mit den betroffenen rund 50 Mitarbeitern war ein Sozialplan vereinbart worden. Durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge und Eigenkündigungen konnte die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen auf 23 gesenkt werden, heißt es beim Unternehmen.
Während die Umsätze der ausländischen Fehrer-Standorte derzeit steigen, geht die Auslastung der inländischen Werke kontinuierlich zurück. Vor dem Hintergrund dieser Marktentwicklung hat Fehrer angekündigt, seine Produktionsstandorte in Deutschland insgesamt zu konzentrieren. "Unser Ziel ist es, im Jahr 2014 in Deutschland nicht an vier mäßig bis schlecht ausgelasteten Standorten Schaumteile zu produzieren, sondern in zwei gut ausgelasteten Werken“, heißt es weiter. "Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft der gesamten Gruppe sichern“, so die Geschäftsleitung in einem Statement.Auch die Produktion im Werk Kitzingen wird bis Ende 2014 eingestellt
Bereits vorige Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass auch die Produktion am Stammsitz in Kitzingen bis zum Ende 2014 eingestellt wird. Davon sind rund 400 Produktionsmitarbeiter betroffen.
Die weiteren deutschen Fehrer-Schäumwerke in Braunschweig und Wackersdorf werden durch die Verlagerung der Fertigungsumfänge aus den Standorten Kitzingen und Leipzig in den kommenden Jahren voll ausgelastet. Weitere Werke der Fehrer-Gruppe befinden sich in Deutschland in Großlangheim und Wiesentheid. Dort sind zurzeit keine Standort-Maßnahmen geplant.Fehrer beschäftigt derzeit rund 4100 Mitarbeitern an Standorten in den Ländern Deutschland, Tschechische Republik, Ungarn, USA, China, Indien, und Süd Afrika. Der Jahresumsatz 2012 wird voraussichtlich bei 470 Millionen Euro liegen.
Lesen Sie auch: