Brüssel. Die Automobilzulieferer in Europa unterstützten die strengeren Pläne der EU-Kommission für eine Reduktion der CO2-Emissionen ab 2020. Damit stellen sich die Zulieferer gegen die deutsche Bundesregierung, die im Juni einen Kompromiss abgelehnt hatte.
„Wir glauben dass die 95 g/km für Pkw und 147 g/km für leichte Nutzfahrzeuge (ab 2020) den besten Kompromiss zwischen Kosten- und CO2-Reduktion darstellen“, sagte der Vorstandschef des Verbandes der europäischen Automobilzulieferer (CLEPA), Jean-Marc Gales. "Sie werden dazu beitragen, den Wettbewerbsvorteil der europäischen Automobilindustrie zu stärken."Gales sprach sich auch für die Annahme der im Juni gefundenen Kompromisslösung aus: "Die Einbeziehung von Supercredits (wie etwa die doppelte Anrechnung von Elektro- und Hybridfahrzeugen) und von Öko-Innovationen für Fahrzeuge mit geringen Emissionen wird die Entwicklung von bahnbrechenden Technologien weiter vorantreiben", zeigte sich Gales überzeugt.Von diesen neuen Technologien würden nicht zuletzt die innovativen Bereiche der Lieferanten profitieren, bei denen die Autohersteller verstärkt einkaufen müssten, wenn schnell Fortschritte beim Emissionsschutz erreicht werden sollen.Gales sprach sich für eine intelligente Regulierung im Emissionsschutz aus. "Eine smarte Regulierung würde zu sichereren, grüneren und mehr vernetzten Autos beitragen, was die technologische Führerschaft der Europäer ausbauen würde."Im Juni hatte die Bundesregierung unter Kanzler Angela Merkel (CDU) einen ausgehandelten Kompromiss zwischen der EU-Kommission und den europäischen Autobauern über die weiteren Reduktionsschritte nach 2020 durch ihr Veto verhindert. Grund ist das Produktportfolio von Daimler, BMW und Volkswagen. Alle drei Hersteller haben verhältnismäßig größere und schwerere Autos im Angebot als die europäischen Wettbewerber. Sie müssten deshalb besonders hohe Investitionen leisten, um im gleichen Zeitraum die CO2-Ziele der EU zu erreichen. Die Bundesregierung plädiert dafür, das 95g-Ziel nicht schon 2020, sondern erst 2024 in vollem Umfang zu erreichen.CO2-Obergrenzen ab 2020
Europäische Zulieferer contra Bundesregierung
Europas Automobilzulieferer stehen hinter den strengeren CO2-Plänen der EU und positionieren sich damit gegen die Bundesregierung.
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