München. „Die Digitalisierung ist in der Gesellschaft angekommen.“ Davon ist Thomas Spreitzer,Senior Vice President Marketing von T-Systems, überzeugt. Ausdruck des Wandels ist beispielsweise, dass Unternehmen wie Apple und Google mittlerweile die wertvollsten Unternehmen der Welt sind.
Auch die Fahrzeugindustrie muss auf diese Entwicklung reagieren und nach Differenzierungsformen Ausschau halten. Das Auto mit Datenplattformen zu vernetzen wird vom Kunden erwartet und schafft „noch keine Differenzierung“.
Der Manager bringt ein sogenanntes Partner-Eco-System ins Spiel. So sei es denkbar, dass der Fahrer seiner Kfz-Versicherung die Daten über sein Fahrverhalten zur Verfügung stellt, um so eine günstigere Police zu erhalten.
Bezogen auf den Handel ist er der Meinung, dass die klassischen Händler nach wie vor ihre Berechtigung haben, „aber sie müssen sich verändern. Sie müssen den Kunden einen Mehrwert bieten“. So fordert Spreitzer: „Der Kunde muss dort abgeholt werden, wo er steht.“ So informieren sich viele Kunden bereits im Vorfeld ihres Autohausbesuchs im Web genau über ihr Wunschauto.
Spreitzer plädiert auch für eine stärkere Integration von Werkstätten, damit die Kunden nach der Garantiezeit von der Vertragswerkstatt nicht in eine freie Werkstatt abwandern. Es sei wünschenswert, dass in der Werkstatt schon alle relevanten Daten etwa in Punkto einer anstehenden Reparatur vorliegen, bevor der Kunde vorfährt. „Denn dann bleibt mehr Zeit, um den Kunden weitere Services anzubieten“, sieht er Potenzial für Zusatzgeschäfte. „Die Kunden sind bereit ihre Daten zur Verfügung zu stellen, wenn sie wissen was damit geschieht“, ist sich Spreitzer sicher.