Braunschweig. VW-Chef Martin Winterkorn will die Struktur des Konzerns ändern. Das berichtet das "Handelsblatt (Montagsausgabe). Künftig sollen die zwölf Marken des Unternehmens in vier Gruppen zusammengefasst werden und mehr Eigenständigkeit gegenüber der Zentrale haben sollen als bisher. So sollen sie beispielsweise allein entscheiden dürfen, welche Modelle sie in welchen Märkten anbieten.
Folgende Markengruppen soll es geben:
- Audi mit Lamborghini und Ducati
- Volkswagen mit Skoda und Seat
- Scania mit MAN und die Lkw von VW Nutzfahrzeuge
- Porsche mit Bugatti und Bentley
Jede Gruppe bekommt einen Vorsitzenden: Die VW-Gruppe soll der ehemalige BMW-Manager Herbert Diess führen, die Audi-Gruppe wird Audi-Chef Rupert Stadler leiten. Andreas Renschler steht als Chef der Nutzfahrzeug-Holding fest, die Gruppe mit den Luxusmarken soll Porsche-Chef Matthias Müller führen.
Mit dem Umbau wird sich auch das Aufgabengebiet von Konzernchef Winterkorn verkleinern, der in den vergangenen Jahren oft ins operative Geschäft eingegriffen und viele Detailfragen selbst entschieden hat. Damit werden auch Vorbereitungen für seinen Nachfolger getroffen, der es einfacher haben soll. Winterkorn selbst könnte an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln, wenn ihm der Umbau des Konzerns gelingt.
Der Konzernvorstand wird verkleinert. Künftig sollen darin nur noch die Chefs der einzelnen Gruppen vertreten sein. Das Gremium soll sich verstärkt um strategische Fragen kümmern. Bereichsvorstände zum Beispiel für Vertrieb soll es nur noch auf Markenebene geben. Nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech treten sowohl der Betriebsrat als auch das Land Niedersachsen und die Vertreter der Familien Piech und Porsche stärker auf und fordern ein größeres Mitspracherecht.