Wolfsburg. Walter de Silva wird den VW-Konzern Ende November verlassen. Der Autobauer bestätigte entsprechende Berichte der "Auto&Design" und der "Auto Motor und Sport". Der 64 Jahre alte Italiener ist seit 2001 bei VW und verantwortet seit 2007 das Gesamtdesign des Konzerns. Seit September ist er zudem Präsident von Italdesign. Die italienische Designschmiede, die unter ihrem Gründer und langjährigen Chef Giorgetto Giugiaro weltweit bekannt wurde, gehört seit Juni 2015 komplett der VW-Tochter Audi.
De Silva gehe in den Ruhestand, bleibe dem Unternehmen aber in beratender Funktion verbunden, teilte der Autobauer mit. "Walter de Silva ist es gelungen, eine markenübergreifende Designkultur und Designmethodik bei Volkswagen zu etablieren, die einmalig in unserer Branche ist», betonte der neue VW-Chef Matthias Müller der Mitteilung zufolge. «Gleichzeitig war er der Garant dafür, dass sich die Marken und ihre Designabteilungen immer eine hohe kreative Autonomie bewahrt haben."
Während seiner Zeit beim VW-Konzern war de Silva unter anderem für das Design der Audi-Modelle R8 und TT (zweite Generation), A5 und A6 und der Seat-Baureihen Altea, Ibiza, Leon und Toledo verantwortlich. Sein wohl spektakulärstes Projekt war das Sondermodell Lamborghini Egoista zum 50. Geburtstag der Marke im Jahr 2013. Ob es einen Nachfolger für de Silva geben wird, ist noch nicht bekannt.
De Silva gehörte zu den Vertrauten des früheren Konzernchefs Martin Winterkorn, der im Zuge des Abgas-Skandals zurückgetreten ist. Gründe für sein Ausscheiden wurden nicht genannt. Es wird spekuliert, dass es einen Zusammenhang mit den vom neuen Konzernchef Matthias Müller angekündigten Sparplänen gibt. Wie das Handelsblatt" berichtet, wird davon auch das Designressort betroffen sein, das bisher pro Jahr rund 100 Millionen Euro bekommen hat. (Mit Material von DPA)