Wolfsburg. Volkswagen hat den Behörden Umrüstungspläne für die restlichen vom Abgas-Skandal betroffenen Fahrzeuge in Deutschland vorgelegt. Das berichtet die "Welt" (Montag). Damit steht erstmals fest, wie viele Autos in Deutschland von den Manipulationen betroffen sind: Bei der Kernmarke VW Pkw sowie deren Tochter VW Nutzfahrzeuge müssen 1.537.896 Fahrzeuge umgerüstet werden, bei Audi sind es 531.813, bei Skoda 286.970 und bei Seat 104.197.
Der Konzern hatte bis Montag Zeit bekommen, um die entsprechenden Pläne vorzulegen. Nach Angaben des Unternehmen reicht auch bei den 1,2-Liter-Motoren ein Software-Update aus, um die vorgeschriebenen Grenzwerte zu erreichen. Das wäre nicht nur für die Kunden erfreulich, weil in diesem Fall ein Werkstattaufenthalt von einer halben Stunde ausreichen würde. Auch für den Hersteller wäre diese Lösung deutlich günstiger als der Einbau neuer Filter. Das sorgte auch an der Börse für ein kräftiges Kursplus: Die Vorzugsaktien des Konzerns gewannen bis zum Nachmittag knapp 4,5 Prozent und lagen damit an der Dax-Spitze.
Lediglich beim 1,6-Liter-Motor soll zusätzlich zu einem Software-Update ein kleines Kunststoffgitter hinter dem Luftfilter eingebaut werden, um die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickoxid auf dem Prüfstand einzuhalten. Der VW-Konzern hatte eine verbotene Software in Millionen Autos eingebaut, die erkannt hat, wenn ein Auto getestet wird und den Stickoxidausstoss dann unter die Grenzwerte drücken konnte. Wie hoch der Stickoxidausstoss beim Prüfstandstest ohne diese Software über den Grenzwerten gelegen hätte, wisse man bei VW nicht, sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage. Das sei nicht gemessen worden.