Ingolstadt. Audi erhöht zum 8. Februar die Preise für die Modelle A1, A3, A5, A6, A7 Sportback, TT, Q5 und Q7 um durchschnittlich 1,1 Prozent. Es handle sich um "eine turnusgemäße Preiserhöhung, die unter anderem gestiegenen Rohstoffpreisen geschuldet ist", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Automobilwoche. Der erfolgsverwöhnte Hersteller hat derzeit gleich mehrere Probleme: Zum einen hat Audi zwar im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie zuvor. 1,8 Millionen Auslieferungen entsprechen einem Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nur: Rivale Mercedes kam auf 1,87 Millionen und verdrängte die Ingolstädter von Platz zwei der erfolgreichsten Premiumhersteller hinter BMW. Noch mehr schmerzen dürfte es die Audi-Manager, dass Mercedes seine Verkaufszahlen um 13,4 Prozent steigern konnte. In diesem Jahr, dem ersten vollen Verkaufsjahr des neuen A4, wollen die Ingolstädter wieder angreifen. Aber das wird schwierig. Selbst in China, wo die Marke bisher zuverlässig einen Rekord an den anderen reihte, ging der Absatz leicht zurück, während Mercedes auf zugegeben niedrigerem Niveau um knapp 30 Prozent zulegte.
Preiserhöhung bei Audi
Zweite große Baustelle für Vorstandschef Rupert Stadler und seine Mannschaft ist der Abgas-Skandal. Zwar steht die Kernmarke VW im Fokus der Kritik, aber auch in Audi-Modellen ist der Dieselmotor EA 189 millionenfach verbaut worden. Die notwendigen Rückrufe werden den Hersteller wohl das ganze Jahr über beschäftigen, die Kosten dürften beträchtlich sein.
Drittens hat Audi nach wie vor die gleichen Probleme wie die Konkurrenz. Alternative Antriebe und Digitalisierung erfordern hohe Investitionen. Das ist besonders bei den Antrieben ärgerlich, weil noch niemand weiß, welchesKonzept sich am Ende durchsetzen wird. Audi setzt derzeit mit Unterstützung der Konzernmutter Volkswagen auf Erdgas- und Hybridfahrzeuge. In Sachen Elektromobilität hinkt Audi ein großes Stück hinter BMW her, die schon seit Längerem die Modelle i3 und i8 auf der Straße haben. Toyota ist sogar noch einen Schritt weiter und hat bereits ein serienmäßiges Wasserstoffauto im Programm.