Wolfsburg. Volkswagen startet eine neue Werbekampagne, um das durch den Abgas-Skandal erschütterte Vertrauen der Kunden in die Marke zurückzugewinnen. Zu diesem Zweck sollen vor allem emotionale Geschichten erzählt werden, erläutert Marketingvorstand Jürgen Stackmann: " Unglaublich viele Menschen überall auf der Welt verknüpfen Erinnerungen mit unseren Fahrzeugen, weil ein Volkswagen Teil ihres Lebens ist. Kurz gesagt: Volkswagen war und ist ‚The people‘s car.‘"
VW will emotionale Bindung wieder stärken
Konsequent stellt die neue Kampagne deshalb auch nicht Autos, sondern Menschen in den Mittelpunkt. Der TV-Spot beispielsweise einen Protagonisten und zeigt dabei die verschiedenen VW-Modelle, die er im Laufe seines Lebens fährt. Damit zeige VW, "dass die Marke Volkswagen mit ihren Produkten im Leben der Menschen jede Generation begleitet", wie Anders-Sundt Jensen, Marketingleiter der Marke VW Pkw, erklärt. Auch in den Anzeigen stehen Menschen mit ihren Bedürfnissen im Mittelpunkt.
Die Kampagne startet Anfang Februar zunächst in Großbritannien, Spanien, Portugal, später in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Ab März folgen weitere Länder in Europa und weltweit. Umgesetzt wird die Kampagne in Zusammenarbeit mit der Agentur DDB.
Mit der neuen Kampagne trennt sich Volkswagen überdies von dem bekannten Slogan "Das Auto", den das Unternehmen jahrelang auf deutsch auch im Ausland eingesetzt hatte. Ein Ersatz ist nicht geplant, denn, so Stackmann "Volkswagen braucht keinen Claim."
Anlass für die neue Kampagne ist der Abgas-Skandal, der die Autobranche seit Monaten beschäftigt. VW hatte im September zugegeben, in weltweit rund elf Millionen Autos mit Dieselmotoren eine Software installiert zu haben, die dafür sorgte, dass das Fahrzeuge auf dem Prüfstand – und nur dort – die gesetzlich vorgegebenen Abgaswerte einhält. Im Zuge des Skandals war VW-Chef Martin Winterkorn zurückgetreten, dem Konzern drohen Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe. "Wir haben in den letzten Monaten Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren. Nun werden wir alles daran setzen, diese wieder zurückzugewinnen," sagt Stackmann.