Die Kosten für VW steigen weiter. Im Streit um die manipulierten Sechszylinder-Diesel soll eine Einigung bevorstehen, die den Konzern eine weitere Milliarde Dollar, umgerechnet rund 956 Millionen Euro, kosten könnte. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Für die rund 475.000 betroffenen Diesel-Modelle gibt es bereits eine vom Gericht genehmigte Einigung mit den Klägern, die den Konzern bis zu 16,5 Milliarden Dollar kosten könnte. In der Verhandlung um die rund 85.000 betroffenen Sechszylinder-Fahrzeuge hat Richter Breyer für den 19. Dezember um 8:00 Uhr Ortszeit, 17 Uhr deutscher Zeit, eine weitere Anhörung angesetzt. Insgesamt hat VW bisher 18,2 Milliarden Euro für die Folgekosten des Skandals zurückgestellt.
VW soll wohl eine Milliarde Dollar zahlen
Am Wochenende äußerten sich beide Parteien zuversichtlich: Eine Sprecherin von Volkswagen sagte am Sonntag, die Parteien würden "substanzielle Fortschritte in Richtung einer Lösung für die betroffenen 3.0-TDI-V6-Fahrzeuge" machen. Die Verhandlungen seien auf Anordnung des Gerichts vertraulich. "Wir sind zufrieden mit den Fortschritten und optimistisch, dass es bald eine Lösung geben wird", ergänzte ein Sprecher des US-Justizministeriums.
Die Anwälte beider Seiten arbeiten nach wie vor an einer Lösung. Bei einer Anhörung am Freitag kam es nicht dazu, obwohl diese aufgrund der "intensiven Diskussionen" verschoben worden war. Unabhängig von den Strafzahlungen wird es wahrscheinlich Entschädigungen für die Kunden geben, unabhängig davon, ob sie ihr Auto umrüsten oder zurückkaufen lassen. Bei den betroffenen Autos auf dem US-Markt handelt es sich meist um neuere SUVs von Audi, Porsche und VW, die sich wahrscheinlich einfacher nachrüsten lassen als die Zweiliter-Motoren.
Der Zulieferer Bosch, der in den USA aufgrund des Abgas-Skandals ebenfalls unter Druck geraten ist, steht offenbar ebenfalls kurz vor einer Einigung. Dem Bericht zufolge könnte sie den Konzern mehr als 300 Millionen Dollar kosten.