Wolfsburg. Vor der mit Spannung erwarteten VW-Hauptversammlung am 22. Juni hat der US-amerikanische Aktionärsberater ISS den Anteilseignern empfohlen, den Vorstand und den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. ISS (Institutional Investor Services) sprach sich für die Zahlung einer Dividende aus. Der Aufsichtsrat hatte trotz des Milliardenverlusts nach heftigen Diskussionen die Zahlung von elf Cent pro Stamm- und 17 Cent pro Vorzugsakte empfohlen. Im Vorjahr gab es noch 4,80 Euro pro Stamm- und 4,86 Euro pro Vorzugsaktie.
Die Debatte war vor allem deshalb brisant, weil die bislang stimmrechtslosen Vorzugsaktionäre Stimmrecht erhalten würde, wenn das Unternehmen zwei Jahre in Folge keine Dividende zahlen würde. Das würde die Machtverhältnisse in Europas größtem Autokonzern dramatisch verändern. Das Bundesland Niedersachsen würde sein Vetorecht verlieren.