Die Europäische Union will die Autoindustrie schärfer überwachen. Ab 2020 sollen in allen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen Geräte zur Messung des Spritverbrauchs zur Pflicht werden, wie der "Spiegel" berichtet. Schon mehrfach sei das Thema in einem Expertengremium diskutiert worden, mehrere Mitgliedsstaaten hätten sich positiv geäußert, heißt es in der EU-Kommission. Die zum Teil großen Differenzen zwischen den Verbrauchsangaben der Hersteller und dem realen Verbrauch der Kunden auf der Straße sorgen immer wieder für Irritationen. Grund ist, dass die Verbrauchsangaben der Hersteller in einem Labor auf dem Prüfstand ermittelt werden, um für alle Fahrzeuge vergleichbare Bedingungen zu schaffen. Die durchgeführten Prüfungen sind aber weit von der Wirklichkeit entfernt, weshalb seit September ein neues Testverfahren (WLTP gilt). Zudem sollen der Verbrauch und der damit zusammenhängende CO2-Ausstoß künftig auch auf der Straße gemessen werden.
Nach aktueller Planung sollen die Geräte ab Januar 2020 in allen neu zertifizierten Fahrzeugtypen und ab 2021 in allen Neuwagen zur Pflicht werden. "Die Hersteller haben in der Vergangenheit gelernt, die Tests zu manipulieren", sagte eine Kommissionsbeamtin. "Wir müssen aufpassen, dass das beim WLTP-Verfahren nicht wieder passiert." Neben dem Verbrauch sollen die Geräte auch den Ausstoß von CO2 kontrollieren. Damit könnte die Kommission überprüfen, wie viele Autos die CO2-Grenzwerte tatsächlich einhalten. Der Grenzwert liegt ab 2021 bei 95 Gramm pro Kilometer. Bis 2025 soll die Emissionen noch einmal um 15 Prozent sinken, ab 2030 um 30 Prozent.