BMW ruft in den USA alle bisher ausgelieferten i3 zurück. Es handelt sich um mehr als 30.000 Fahrzeuge. Zudem wird der Verkauf des Elektroautos vorübergehend gestoppt. Was nach einem großen Problem klingt, hat seine Ursache in einem Sonderfall, der so vermutlich nur sehr wenige Personen betreffen dürfte. Wie die "Welt" berichtet, hat das Auto den Crashtest nicht bestanden, weil Personen mit einer Körpergröße von höchstens 1,52 Metern und einem Gewicht von maximal 50 Kilogramm Nackenverletzungen davontragen könnten, wenn sie nicht angeschnallt sind und einen Unfall haben. Da es in New Hampshire erlaubt ist, ohne Gurt Auto zu fahren, kann es dort in der Tat zu dem beschriebenen Szenario kommen.
Die Sicherheitsbehörde NHTSA hat bei ihrem Crashtest das Problem entdeckt, auf das BMW bei der Erprobung des Autos nicht gestoßen ist, obwohl man eigenen Aussagen zufolge einen vergleichbaren Test durchgeführt hat. Der Hersteller hat nun den Rückruf gestartet und ist zuversichtlich, in den kommenden Wochen eine Lösung präsentieren zu können. Möglicherweise gibt es in den USA ein Update für die Software, die den Airbag steuert. Ob es in New Hampshire tatsächlich einen i3-Fahrer gibt, auf den die Beschreibung zutrifft und der entgegen der Empfehlung des Herstellers ohne Gurt fährt, ist allerdings nicht bekannt.
Das Ziel, in diesem Jahr 100.000 elektrifizierte Autos zu verkaufen, ist nach Angaben eines BMW-Sprechers nicht gefährdet, obwohl der Rückruf natürlich ärgerlich für BMW ist. Im bisherigen Jahresverlauf hat BMW in den USA lediglich 5300 i3 verkauft.
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