Volkswagen-Chef Herbert Diess hat vor einer Umsetzung der geplanten CO2-Grenzwerte gewarnt. Sollten diese tatsächlich wie von der EU geplant ab 2030 um 35 Prozent sinken, sei in zehn Jahren ein Viertel der Arbeitsplätze bei VW gefährdet, das würde etwa 100.000 Jobs entsprechen. "Die Transformation in der Geschwindigkeit und mit den Auswirkungen ist kaum zu managen", sagte Diess der "Süddeutschen Zeitung". Er warnte davon, die Autobranche mit zu strengen Grenzwerten zu überfordern: "So eine Industrie kann schneller abstürzen, als viele glauben wollen." Er hält höchstens eine Senkung der Grenzwerte um 30 Prozent für möglich.
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte sich gegen neue Grenzwerte ausgesprochen. Nicht wenige Politiker verlangten minus 50 oder 75 Prozent bis 2030: "Wenn das im Europäischen Parlament so beschlossen wird, dann können wir das Autobauen in Deutschland vergessen."
Die EU-Umweltminister hatten sich auf eine Senkung der Grenzwerte auf 35 geeinigt, was vom VDA als zu viel und von den Umweltverbänden als zu wenig kritisiert wurde. Der Beschluss ist jedoch noch kein Gesetz, Rat, Parlament und Kommission müssen sich einigen.