Carlos Ghosn soll ebenso wie Nissan-Manager Greg Kelly für zehn Tage in Haft bleiben, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet. In dieser Zeit werden wohl ohne ihn wichtige Weichen gestellt: Ghosn soll vor seiner Festnahme intensiv an einer Fusion von Renault und Nissan gearbeitet haben. In den kommenden Monaten sei ein entsprechender Vorstoß geplant gewesen, berichtet die "Financial Times".
Der Aufsichtsrat von Nissan soll von der Vorstellung jedoch nicht begeistert gewesen sein. Die beiden Autobauer sind schon seit fast 20 Jahren eng verflochten. In dem Bündnis ist Renault die dominierende Macht, weil die Franzosen 43 Prozent an Nissan halten, Nissan umgekehrt aber nur 15 Prozent an Renault. Nissan verkauft allerdings deutlich mehr Autos und will den "zweitrangigen Status" auf keinen Fall noch weiter festschreiben. Die Japaner sehen inzwischen Renault als den schwächeren Partner und wollen den Franzosen nicht noch mehr Kontrolle über sich ermöglichen.