München. Eine Studie der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal Deutschland (A&M) deckt ein weitaus größeres Gefahrenpotenzial für die europäische und deutsche Automobil-Zulieferindustrie auf als bislang angenommen. Beschleunigendes Moment ist der massive Nachfrageeinbruch von bis zu 20 Prozent. Demnach kämpfen die Fahrzeughersteller derzeit mit Auslastungen von lediglich 50 bis 70 Prozent. Die Problematik der Minderauslastung ist nicht neu, bereits vor der Krise kämpften die meisten Hersteller mit Auslastungslücken von bis zu 20 Prozent. Im Herbst dieses Jahres hat sich die Lage jedoch bedrohlich verschärft, heißt es in der Studie der Münchner für die 52 Manager in der Automobilindustrie befragt wurden.
Insbesondere an Lieferanten stellt die Sicherung der Liquidität höchste Anforderungen. Der überproportionale Umsatzeinbruch resultiert neben dem Nachfrageeinbruch aus einer Verschiebung des Produktmix hin zu niedriger ausgestatteten Fahrzeugen. Fahrzeughersteller und Lieferanten erleben einen überproportionalen Absturz der Geschäftsergebnisse. Preisnachlässe bei gleichzeitig sinkenden Absatzvolumen werden nach wie vor von den Autobauern direkt an die Lieferantenbasis weitergereicht. Zusätzliche Belastungen entstehen darüber hinaus durch verlängerte Zahlungsziele der Autohersteller.