Lindau. Der süddeutsche Zulieferer Angell-Demmel Europe hat beim Amtsgericht Kempten Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Grund ist die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft durch anhaltende operative Verluste. Die derzeit anziehende Konjunktur in der Automobilbranche habe zwar zu einer stark steigenden Kundennachfrage beim Zulieferer geführt, die notwendigen Kapazitätssteigerungen konnten jedoch nur durch die kurzfristige Akquisition von Zeitarbeitern kompensiert werden, heißt es beim Unternehmen. "Aufgrund der komplexen Kundenanforderungen konnte dabei das bisherige hohe Qualitätsniveau nicht beibehalten werden. Erhebliche Ausschussquoten in der Produktion waren die Folge und belasteten entsprechend das Ergebnis“, heißt es in einer Erklärung des Zulieferer, der in Lindau und im österreichischen Kennelbach Aluminiumzierteile für die Fahrzeugindustrie herstellt und insgesamt 700 Mitarbeiter beschäftigt. Angell-Demmel Europe gehört seit dem vergangenen Jahr zu 60 Prozent der Sellner Holding.
Dennoch sieht die Geschäftsführung von Angell-Demmel Europe gute Chancen, das Unternehmen zu erhalten. "Wir haben mit 70 Prozent Marktanteil bei unseren Kunden in Deutschland eine besondere Schlüsselposition. Die Nachfrage ist hervorragend. Es muss uns aber im Rahmen einer Sanierung gelingen, die Prozesse effizienter zu gestalten und unser Personal stärker zu qualifizieren“, so Franz-Holger Woitowitz, Geschäftsführer von Angell-Demmel Europe. "Sofern das Unternehmen erhalten bleibt, bestehen unsererseits keinerlei Absichten, Stammarbeitsplätze abzubauen.“