München/Frankfurt. Der Druck auf die Automobilzulieferer hat im vergangenen Jahr weltweit weiter zugenommen. Die Fahrzeughersteller fordern weitere Kostensenkungen, auf den Rohstoffmärkten wächst der Druck durch steigende Preise. Die Situation wird durch die momentane Finanzmarktkrise – und die Abschwächung der Automobil-Konjunktur – noch verschärft. So lauten einige zentrale Ergebnisse der „Global Automotive Supplier Study“, die die internationale Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants aus München zum dritten Mal gemeinsam mit der Frankfurter Investmentbank Rothschild durchgeführt hat. Trotzdem ist die Profitabilität der Branche im Jahr 2007 weiter gestiegen, heißt es in der Studie weiter. Überdurchschnittlich schneiden dabei besonders mittelgroße Unternehmen in Westeuropa und Japan ab. Allerdings sind viele Zulieferer auf die anstehenden Herausforderungen der kommenden Jahre noch nicht ausreichend vorbereitet. Die Untersuchung basiert auf einer Analyse der Finanz- und Leistungszahlen von über 400 global agierenden Automobilzulieferern aus den Jahren 2001 bis 2007.
„Die Zulieferer erleben zurzeit einen nie da gewesenen Wettbewerbsdruck“, sagt Marcus Berret, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger Strategy Consultants. „Steigende Preise für Rohmaterial, Konkurrenz durch Hersteller aus Niedriglohnländern, die Forderung der Autohersteller nach Kostensenkungen, der Ruf nach umweltfreundlichen Innovationen – der Druck kommt von allen Seiten und wird in Zukunft noch weiter zunehmen.“ Aufgrund der stark nachlassenden Automobilkonjunktur in den vergangenen Monaten sehen sich die Automobilhersteller aktuell gezwungen, ihre Kosten nochmals in Milliardenhöhe zu senken. Für den Rest des Jahres 2008 und für 2009 ist somit keine Besserung der Situation in Sicht.