Peking. Der Getriebe- und Fahrwerksspezialist ZF Friedrichshafen hat in Peking ein neues Pkw-Achsenwerk eröffnet. Rund 350 Mitarbeiter fertigen dort auf 32.000 Quadratmetern Vorder- und Hinterachsen für das benachbarte Werk von Beijing Benz Automotive, ein Joint Venture zwischen Daimler und dem chinesischen Partner BAIC. Rund 15 Millionen Euro hat das Unternehmen vom Bodensee in Peking investiert. Es ist der einundzwanzigste Produktionsstandort im Reich der Mitte.
China ist mit zwölf Prozent des Konzernumsatzes einer der bedeutendsten Einzelmärkte für ZF. Mehr als 5000 Mitarbeiter haben dort umgerechnet 2,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Ein Plus von 22 Prozent gegenüber 2011. Unter Berücksichtigung des 50-Prozent-Anteils an ZF Lenksysteme, der aufgrund der IFRS-Bilanzierungsrichtlinien nur mehr als Beteiligung geführt werden darf, lag 2012 der bereinigte Gesamtumsatz des ZF-Konzerns bei 15,4 Milliarden Euro.ZF-Chef Stefan Sommer kündigt gegenüber an, dass der Zulieferer auch ohne das Geschäft mit Lenksystemen in China um zirka 500 Millionen wachsen wird. „Das sind rund 150 Millionen weniger als wir ursprünglich geplant haben“, so Sommer gegenüber Automobilwoche. Der Rückgang sei zum Teil auch auf Verzögerungen beim Anlauf im Werk eines Kunden zurückzuführen, erläuterte der ZF-Chef. Bereinigt um die Beteiligung von ZF Lenksysteme werde das Unternehmen 2013 in China einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erzielen. 2012 lag dieser Wert entsprechend bei etwa 1,5 Milliarden Euro.China
ZF eröffnet Achsenwerk in Peking
ZF Friedrichshafen baut sein Engagement in China aus und hat für 15 Millionen Euro ein neues Werk für Pkw-Achsen in Peking eröffnet. Kunde ist Mercedes.
Weltweit 15 Achsenwerke
Sommer will jedenfalls „das Investitionstempo in China hochhalten.“ Zunehmend werden dabei Produkte im Entwicklungszentrum in Schanghai entwickelt, um damit Kunden wie die chinesischen Fahrzeughersteller SAIC, Geely oder Great Wall zu bedienen. Um genügend Mitarbeiter für den Bereich Forschung und Entwicklung zu gewinnen hat der Zulieferer eine Reihe von Aktivitäten gestartet. Dazu zählt die Förderung einer Stiftungsprofessur für Pkw- und Fahrwerktechnik und -dynamik an der Tongji-Universität in Schanghai.
Mit dem neuen Standort in Peking verfügt der Konzern nun über 15 Pkw-Achswerke weltweit. Jeweils drei in China, Südafrika und den USA, zwei in Indien und je einem in Australien, Großbritannien, Österreich und Thailand. Im Jahr 2012 wurden in den Werken insgesamt rund drei Millionen Achssysteme hergestellt. In diesem Jahr rechnet der Zulieferer mit einem Anstieg auf etwa 3,75 Millionen Stück. Einige Zehntausend davon sollen aus dem neuen Werk in Peking kommen. „Das intelligente Konzept für die Montagelinie in Peking lässt uns flexibel und direkt auf Modellwechsel und Volumenänderungen unserer Kunden reagieren“, erklärt Uwe Coßmann, Leiter der ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik.ZF ist seit 1980 in China aktiv. Eine Holding in Schanghai koordiniert die ZF-Geschäfte im Reich der Mitte. Für 14 weitere Länder in der Region Asien-Pazifik bündelt das Unternehmen seit 1987 in Singapur alle Marktaktivitäten des Konzerns. Neben den 21 Produktionsstandorten in China betreibt der Zulieferer sechs weitere in Indien, jeweils zwei in Australien, Malaysia und Südkorea sowie jeweils einen in Thailand und Taiwan. Im vergangenen Jahr hat ZF 123 Millionen Euro in der Region Asien-Pazifik investiert.In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat der Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik seinen Umsatz um sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf elf Milliarden Euro gesteigert. Für das Gesamtjahr wird mit einem Umsatzplus von rund zehn Prozent gegenüber 2012 gerechnet.
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